Benn, Gottfried - Ein Wort (Gedichtinterpretation)
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Referat
Gottfried Benn – „Ein Wort“ (Interpretation in Stichpunkten)
Ein Wort von Gottfried Benn
1
Ein Wort, ein Satz – : aus Chiffren steigen
2
erkanntes Leben, jäher Sinn,
3
die Sonne steht, die Sphären schweigen
4
und alles ballt sich zu ihm hin.
5
Ein Wort – ein Glanz, ein Flug, ein Feuer,
6
ein Flammenwurf, ein Sternenstrich –
7
und wieder Dunkel, ungeheuer,
8
im leeren Raum um Welt und Ich.
(„Ein Wort“ von Gottfried Benn ist auch in unserer Gedichtedatenbank zu finden.
Dort findest Du auch weitere Gedichte des Autoren. Für die Analyse des Gedichtes bieten wir ein Arbeitsblatt als PDF (23.5 KB) zur Unterstützung an.)
Infos über Gottfried Benn
Er war deutscher Arzt, Essayist und Dichter
1905 Beginn seines Medizinstudiums
Erlebte den Nationalsozialismus und die beiden Weltkriege mit
Zunächst eine positive Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus und Kommunismus → später lehnte er es ab
Schreibverbot (1938)
Er druckte Gedichte illegal (1943-1945)
Die Mehrheit seiner Gedichte → Expressionismus, geprägt durch seinen Beruf
Analyse des Gedichtes „Ein Wort“
Inhaltlichen Aspekte
1. Strophe → Wird thematisiert, dass ein Wort und ein Satz aus Chriffren bestehen, die erst ihren „jähem Sinn“ (V. 2) erhalten und ins Leben gerufen werden, wenn man sie zusammensetzt
Die Sonne und die Sphären werden zu „ein Wort, ein Satz“ (V. 1) gezogen
2. Strophe → Es geht darum, dass aus einem Wort vieles verschiedenes entstehen kann, wie „,... Glanz, ein Feuer ...“ (V. 5), aber wenn es dunkel wird, betrifft diese Dunkelheit die Welt und Ich.
Was ist ein Wort? Zusammenhang von Wort und Satz (Sprache)
Sprachlichen Aspekte
„ein“ (V. 1) unbestimmter Artikel
Klimax „ein Wort, ein Satz“ (V. 1, 2)
Symbolische, komplexe Wörter, in denen sich ein eigener Sinn verbirgt
Personifikation, „die Sonne steht, die Sphären schweigen, und alles ballt sich zu ihm hin“ (V. 3, 4) → Bedeutsamkeit von „ein Wort“ (die Erkenntnis aus dem Wort und dem Satz)
Enumeration/Klimax „ein Sternenstrich“ (V. 6) → unvorstellbar ohne Worte, da es sonst dunkel wird (V. 7)
„ein Glanz, ein Flug“ (V. 5) → eher harmlose Beschreibung [Flug → Fliegen → Vogel → Mensch nicht]; „ein Feuer, ein Flammenwurf“ (V. 5, 6) → bedrohlich
Die letzten beiden Verse des Gedichtes → ohne die Sprache wäre es dunkel und die Welt und das Ich wären in einem „leeren Raum“ (V. 8) [Hyperbel]
„... Dunkel, ungeheuer“ (V. 7) → die Dunkelheit ist überwältigend, Gegensatz (Antithese) Licht, Dunkel (V. 5-8)
„Ich“ (V. 8) großgeschrieben
Fazit
Ein Wort kann verschiedene Bedeutungen und Auswirkungen haben → Ein Wort kann Schönheit, Glückseligkeit ausdrücken, aber auch Gefahren und Bedrohungen
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Worte zu benutzen
Beispiel: Dichter/Autoren versuchen alles mögliche aus Wörtern heraus zu holen, worüber Menschen selten nachdenken
wenn jemand sich zu komplex und unverständlich ausdrückt, dann bleiben die Worte und Sätze unverständlich und sind von der Dunkelheit umgeben.
Ohne Sprache wären wir verloren?
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