Brentano, Clemens - Wenn die Sonne weggegangen (Gedichtinterpretation)

Schlagwörter:
Clemens Brentano, Gedicht analysieren, Romantik, Analyse, Interpretation, Referat, Hausaufgabe, Brentano, Clemens - Wenn die Sonne weggegangen (Gedichtinterpretation)
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Referat

„Wenn die Sonne weggegangen“ von Clemens Brentano (Gedichtanalyse)

Wenn die Sonne weggegangen
von Clemens Brentano

Wenn die Sonne weggegangen,
Kömmt die Dunkelheit heran,
Abendrot hat goldne Wangen,
Und die Nacht hat Trauer an.
 
Seit die Liebe weggegangen,
Bin ich nun ein Mohrenkind,
Und die roten, frohen Wangen,
Dunkel und verloren sind.
 
Dunkelheit muß tief verschweigen,
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Alles Wehe, alle Lust,
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Aber Mond und Sterne zeigen,
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Was ihr wohnet in der Brust.
 
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Wenn die Lippen dir verschweigen
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Meines Herzens stille Glut,
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Müssen Blick und Tränen zeigen,
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Wie die Liebe nimmer ruht.

(„Wenn die Sonne weggegangen“ von Clemens Brentano ist auch in unserer Gedichtedatenbank zu finden. Dort findest Du auch weitere Gedichte des Autoren. Für die Analyse des Gedichtes bieten wir ein Arbeitsblatt als PDF (24.1 KB) zur Unterstützung an.)

Das Gedicht „Wenn die Sonne weggegangen“ wurde von Clemens Brentano verfasst und im Jahr 1804 veröffentlicht. Es gehört zur Epoche der Hochromantik, auch als Heidelberger Romantik bezeichnet. Das Hauptthema des Gedichtes ist der schmerzliche Verlust einer geliebten Person, den das lyrische Ich durch den Einsatz von Naturmotiven zu verarbeiten versucht.

Das Gedicht ist in vier Strophen unterteilt, wobei jede Strophe aus vier Versen besteht, was eine Gesamtzahl von 16 Versen ergibt. Ein durchgehender Kreuzreim und ein gleichbleibendes trochäisches Metrum verleihen dem Gedicht eine flüssige Lesbarkeit.

In der ersten Strophe verwendet das lyrische Ich Naturbilder, um Licht- und Schattenseiten darzustellen. Die Abendröte, die sich im Verlauf des Abends in Dunkelheit verwandelt, symbolisiert hierbei den Wandel. Die zweite Strophe knüpft an das Motiv der Dunkelheit an und verbindet es mit dem gebrochenen Herzen des lyrischen Ichs infolge einer verlorenen Liebe. Das lyrische Ich fühlt sich einsam, was durch die metaphorische Erwähnung des „Mohrenkindes“ verstärkt wird. In der dritten Strophe wird der Verlust erneut thematisiert, wobei Dunkelheit dominiert, und Mond und Sterne als einzige Lichtquellen auftreten. Die vierte Strophe ist inhaltlich der zweiten Strophe ähnlich, jedoch zeigt das lyrische Ich hier, dass es kaum noch in der Lage ist, seine Gefühle in Worte zu fassen und sich stattdessen durch Blicke und Tränen ausdrückt.

Im Gedicht sind verschiedene rhetorische Stilmittel enthalten. Schon im ersten Vers findet sich ein Parallelismus, der die untergehende Sonne als Metapher für die verschwundene Liebe nutzt. Weitere Parallelismen (Vers 4 und 8) verknüpfen die Dunkelheit mit der Trauer des lyrischen Ichs, was die emotionale Tiefe verstärkt. Personifikationen in den Versen 3 und 4 („Abendrot hat goldene Wangen“ und „die Nacht hat Trauer an“) verleihen dem Text Lebendigkeit und dienen als Vergleiche für Gefühle. Das „Mohrenkind“ fungiert als Metapher für Einsamkeit, Trauer und Unzufriedenheit. Der Ausdruck „roten frohen Wangen“ in Vers 7 symbolisiert Lebenslust. Die Stille im Gedicht steht für die unerwiderte Liebe, während der Begriff „Glut“ die vergangene Leidenschaft symbolisiert.

Die Verwendung von Naturmotiven, insbesondere der Nacht, sowie die thematische Fokussierung auf Sehnsucht und Schmerz, lassen das Gedicht als ein typisches Werk der Romantik erscheinen. Weitere charakteristische Merkmale dieser Epoche sind das Zulassen und Ausdrücken von Gefühlen und Emotionen, welche im Gedicht eindrucksvoll durch das lyrische Ich vermittelt werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass „Wenn die Sonne weggegangen“ von Clemens Brentano ein exemplarisches Werk der Romantik ist, das durch den gekonnten Einsatz von Sprache und Stilmitteln tiefe Emotionen vermittelt.

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