Ingeborg Bachmann gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr zu Ehren wird seit 1977 jährlich der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen.
Sie wurde am 25. Juni 1926 als ältestes von drei Kindern des Lehrers und späteren Hauptschuldirektors Mathias Bachmann und seiner Frau Olga Bachmann in Klagenfurt geboren.
Die Klagenfurter Oberschule für Mädchen schloss sie 1944 mit der Matura ab. Einen folgenden Abiturientenkurs an der Lehrerbildungsanstalt brach sie bei Kriegsende ab. Nach dem 1945 aufgenommenen Studium der Philosophie, Germanistik und Psychologie in Innsbruck, Graz und Wien folgte 1950 die Promotion mit einer Arbeit über die Rezeption der Philosophie Heideggers.
„Die Fähre“ war 1946 Ingeborg Bachmanns erste Veröffentlichung. Während ihrer Studienjahre lernte Ingeborg Bachmann Paul Celan, Ilse Aichinger und Klaus Demus kennen. Mit Celan verband sie Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis. In ihrer Zeit als Hörfunkredakteurin beim Wiener Sender Rot-Weiß-Rot, 1951–1953, schrieb sie 1952 ihr erstes Hörspiel „Ein Geschäft mit Träumen“ und verfasste elf Folgen der sehr beliebten wöchentlichen Radiofamilie und je zwei weitere mit Jörg Mauthe bzw. Peter Weiser. 1952 las sie zum ersten Mal auf der Tagung der Gruppe 47. 1953 reiste sie zum ersten Mal nach Italien.
Ingeborg Bachmann erhielt 1953 den Literaturpreis der Gruppe 47 für den Gedichtband „Die gestundete Zeit“. Ab dem Spätsommer dieses Jahres lebte sie in Italien (Ischia, Neapel, schließlich Rom). Im August 1954 wurde ihr eine Titelgeschichte im deutschen Wochenmagazin „Der Spiegel“ gewidmet, die sie einem breiteren Publikum bekannt machte. Diese Titelgeschichte verhalf ihr jedoch nicht zu weiteren Honoraraufträgen. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze entstanden ab 1955 das Hörspiel „Die Zikaden“, die Textfassung für die Ballettpantomime „Der Idiot“ und die Opernlibretti „Der Prinz von Homburg“ und „Der junge Lord“.
In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 erlitt Ingeborg Bachmann in ihrer römischen Wohnung schwere Verletzungen durch einen Brand, der beim Einschlafen mit einer brennenden Zigarette ausgelöst worden war. Aufgrund ihrer schon seit Jahren bestehenden starken Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln, von der die behandelnden Ärzte zunächst nichts wussten, starb sie im Alter von 47 Jahren an tödlichen Entzugserscheinungen am 17. Oktober 1973 im Krankenhaus Sant’Eugenio.
Heinrich Böll bezeichnete sie in einem Nachruf im Spiegel als „brillante Intellektuelle“, die „in ihrer Poesie weder Sinnlichkeit einbüßte noch Abstraktion vernachlässigte“.