Depression - das Krankheitsbild der Depression in der Gegenwart und in der Antike

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Referat

Das Krankheitsbild der Depression der Antike und der Gegenwart im Vergleich

Gliederung / Inhalt

  1. Einleitung
  2. Definitionen
  3. Symptome
  4. Ursachen
  5. Untersuchungen & Diagnose
  6. Die Stigmatisierung von Depressionen
  7. Zusammenfassung

1. Einleitung

2017 waren, laut der WHO, weltweit ca. 322 Millionen Menschen an einer Depression er krankt, das seien mehr als 4,4 % der Weltbevölkerung (vgl. Robert Koch-Institut 2017). Man gehe davon aus, dass 16 bis 20 von 100 Menschen irgendwann mindestens einmal in ihrem Leben von einer Depression betroffen seien (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016). Allein in Deutschland schätzt die WHO die Zahl der an Depressionen erkrankten Menschen, auf 4,1 Millionen, was 5,2 % der Bevölkerung entspreche (vgl. Robert Koch-Institut 2017) und bis zum Jahr 2020 würden Depressionen weltweit die
zweithäufigste Volkskrankheit sein (vgl. Bundesministerium für Gesundheit 2019). In der folgenden Arbeit möchte ich mich deshalb mit dem Thema Depression auseinandersetzen.

Die oben genannten Zahlen mögen vielleicht alarmierend klingen, dennoch kann man sie als Indiz dafür sehen, dass die Depression eine psychische Erkrankung ist, die es schon immer gab. Sie wird aber heutzutage viel häufiger diagnostiziert. Doch was sind Gründe für diesen enormen Anstieg, von mehr als 18 % in den letzten zehn Jahren (vgl. Robert Koch-Institut 2017), der diagnostizierten Depressionen und wo liegen die Unterschiede zu Depressionen in der Vergangenheit, z. B. der Antike? Um diese Frage zu klären und meine Hypothese, dass es die Depressionen schon immer gab, sie nur heute viel häufiger diagnostiziert werden, zu verifizieren, werde ich auf die folgenden Bereiche eingehen: Als Erstes werde ich den Begriff der Depression definieren, auch wenn sich dieses als ziemlich schwierig darstellt, weil es viele verschiedene Formen/Ausprägungen der Depression gibt. Dann gehe ich sowohl auf die psychischen und physischen Symptome als auch auf die biologischen und psychologischen Ursachen einer Depression ein, da ich in der neuen Lebensweise der Menschen mit den dazu gewonnenen Stressoren einen wichtigen Grund für den Anstieg der Depressionen in den letzten Jahren vermute. Anschließend stelle ich die psychologischen und körperlichen Untersuchungen und die eigentliche Diagnose dar, da ich auch in diesen einen wesentlichen Grund für den Anstieg vermute. Abschließend erläutere ich die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen, da Depressionen zwar immer noch mit diesen behaftet sind und in vielen Gesellschaften tabuisiert werden, aber es dennoch schon einige Anti-Stigma-Kampagnen gegeben habe (vgl. Deutsches Ärzteblatt 2014) und ich mir deshalb vorstellen kann, dass sich mehr Erkrankte folglich trauen aus eigenem Antrieb nach Hilfe zu suchen. Schlussendlich folgt dann die Zusammenfassung.

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2. Definitionen

2.1 Definition der Depression zur heutigen Zeit

Das Wort Depression stammt von dem lateinischen Wort „depressio“ ab, was so viel bedeutet wie das Niederdrücken (vgl. Bibliographisches Institut GmbH 2019). Doch der Begriff ist noch relativ jung, denn er hat sich im medizinischen Sprachgebrauch erst Ende des 19. Jahrhunderts durchsetzen können (vgl. Wolfgang U. Eckart 2019). Es gibt verschiedene Arten von Depressionen, aber im Allgemeinen kann man sagen, es handelt sich um eine „weitverbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann“ (WHO 2020).

2.2 Definition der Depression zur Antike

Auch in der Antike habe man die in 2.1 beschriebenen Symptome der Depression gekannt. Allerdings habe man diese Gemütszustände mit dem Begriff der „Melancholie“ bezeichnet, welcher sich von den altgriechischen Wörtern „melas“ (= schwarz) und „chole“ (= Galle) ableite (vgl. Wolfgang U. Eckart 2019). Denn man ging davon aus, dass eine erhöhte Menge an schwarzer Galle für diese Gefühle verantwortlich gewesen sei (vgl. Alexandr Avramenko).

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3. Symptome

3.1 Psychische Symptome

Die drei Hauptsymptome seien eine anhaltend gedrückte Stimmung/Niedergeschlagenheit (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016), eine innere Leere (Teilnahms- und Empfindungslosigkeit (ebd.)) mit dem Verlust von Interessen sowie eine ständige Antriebslosigkeit. Die folgenden Nebensymptome seien außerdem typisch für eine Depression: starke Selbstzweifel, Schuldgefühle, Selbstvorwürfe, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen (vgl. Julia Dobmeier / Christiane Fux 2017), ständiges Grübeln, Rückzug von sozialen Kontakten, Hoffnungslosigkeit, Zukunftsängste und Suizidgedanken (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016).

3.2 Physische Symptome

Depressionen kämen oft in Verbindung mit körperlichen Beschwerden, die keine erkennbare organische Ursache hätten, vor. Solche Symptome bezeichne man als somatisch und diese könnten Herz - Kreislauf - Beschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen, Magen - Darm - Probleme, Appetitlosigkeit (vgl. Julia Dobmeier / Christiane Fux 2017), Müdigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsverlust oder -zunahme und sexuelle Lustlosigkeit sein (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016).

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3.3 Symptome in der Antike

Die in 3.1 und 3.2 aufgezählten Symptome seien bereits in der Antike bekannt gewesen, denn „Hippokrates beschrieb die Symptome einer Melancholie [als] ‚Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit, hohe Reizbarkeit und innere Unruhe.‘“ (Alexandr Avramenko).

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4. Ursachen

Eine eindeutige Unterscheidung zwischen den Ursachen einer Depression zu entwickeln, gestalte sich oft als fast schwierig, denn die Ursachen würden sich in einem komplexen Wechselspiel von biologischen Vorgängen, psychischen Faktoren und der persönlichen Situation gegenseitig beeinflussen und verändern (vgl. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hans Rittmannsberger 2012).

4.1 Biologische Ursachen

Die genetische Veranlagung (Disposition) spiele bei der Entstehung der Depression eine wichtige Rolle, denn die Wahrscheinlichkeit, im Laufe seines Lebens an einer Depression zu erkranken, sei bei Menschen, deren Eltern oder Geschwister ebenfalls erkrankt sind, um das Dreifache erhöht. Allerdings gebe es kein einzelnes Gen, das hauptverantwortlich für die Erkrankung sei und hinzukämen noch äußere Einflüsse, denn bei eineiigen Zwillingen hätten nur in circa 50 % der Fälle beide Zwillinge an einer depressiven Erkrankung (vgl. Stiftung Deutsche Depressionshilfe) gelitten. Außerdem gebe es noch biochemische Veränderungen im Gehirn, denn der Stoffwechsel sei dort verändert und Nervenreize würden langsamer übertragen werden. Dabei könnten auch bestimmte Botenstoffe, wie Noradrenalin und Serotonin, und hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016). Des Weiteren könne der Lichtmangel in den Herbst- und Wintermonaten zu einer sogenannten „Winterdepression“ führen, diese Krankheit sei in den südlichen Ländern kaum bekannt, dafür trete sie umso häufiger in den nördlichen Breiten auf (vgl. Prof. Dr. Ulrich Hegerl 2016). Aber auch körperliche Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, die durch den Mangel an Schilddrüsenhormonen einen depressionsähnlichen Zustand hervorrufen könne, und ein Tumor im Frontalhirn, welcher Druck auf die dort sitzenden stimmungsregulierenden Strukturen ausübe, könnten die biologischen Ursachen einer Depression sein (vgl. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hans Rittmannsberger 2012).

4.2 Psychologische Ursachen

Zu diesen Ursachen würden Einsamkeit, anhaltender Stress sowie Über- und Unterforderung, traumatische Erlebnisse aus der Kindheit, wie Missbrauch und Vernachlässigung, aktuelle Verlusterlebnisse z. B. eine Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen und chronische Angststörungen in der Kindheit und Jugend, die mit Persönlichkeitsmerkmalen wie mangelndem Selbstvertrauen und Unsicherheit einhergehen würden (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016) zählen. Auslöser einer Depression könnten aber auch positive Lebensveränderungen z. B. eine bestandene Prüfung sein (vgl. Stiftung Deutsche Depressionshilfe).

4.3 Ursachen in der Antike

Die Griechen der Antike hätten gedacht, dass der Auslöser der Melancholie in der Unausgewogenheit der 4 Körperflüssigkeiten (Schleim, schwarze und gelbe Galle, Blut) gelegen habe, denn Angst, Niedergeschlagenheit und schlechte Stimmung hätten den Anteil an schwarzer Galle erhöht, welche somit im Überschuss zu den anderen Körperflüssigkeiten vorgekommen sei (vgl. Alexandr Avramenko). Nach Hippokrates Ansicht sei die Menge der schwarzen Galle in der Winterzeit gestiegen, weil sich zu diesem Zeitpunkt die „Trauer, Unruhe, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Appetitlosigkeit und Drang zum Selbstmord.“ (ebd.) verstärkt hätten. Außerdem sei Hippokrates davon überzeugt gewesen, „dass die ‚schwarze Galle‘ den gesamten Körper einnimmt und somit bis ins Gehirn ein dringt, wodurch der Mensch sich depressiv fühlt.“ (Die Depression). Deshalb hätten die alten Griechen vermutet, dass man die Auslöser für dieses Leiden im Gehirn suchen solle, denn „[d]as alles tritt ein, wenn das Gehirn zu sehr erhitzt ist, kühl, feucht oder trocken.“ (Alexandr Avramenko). Dennoch habe Hippokrates auch Ursachen gefunden, die noch heute gültig seien wie erschütternde traumatische Ereignisse, Überforderung und Übermüdung (ebd.).

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5. Untersuchungen & Diagnose

Ärzte und Psychotherapeuten würden in zwei Schritten vorgehen, um herauszufinden, ob jemand an einer Depression erkrankt sei. Es werde nach Beschwerden gefragt, die auf eine Depression deuten würden und es werde versucht andere Erkrankungen auszuschließen, welche ähnliche Symptome hervorrufen könnten, dafür würden auch körperliche Untersuchungen Anwendung finden (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016).

5.1 Psychologische Untersuchungen

Der (Haus) - Arzt/Psychiater/Psychotherapeut stelle in einem ausführlichen Gespräch Fragen, die auf die typischen, in 3.1 und 3.2 dargestellten, Symptome einer Depression Bezug nähmen (vgl. Julia Dobmeier / Christiane Fux 2017). Solche Fragen seien beispielsweise: „War Ihre Stimmung in den letzten Wochen oft niedergeschlagen oder gedrückt?“, „Hatten Sie in letzter Zeit gehäuft Selbstzweifel, Schuldgefühle oder negative Gedanken?“, „Wie lange dauern diese Symptome schon an?“ (ebd.).

5.2 Körperliche Untersuchungen

Schwieriger werde die Diagnose, wenn hauptsächlich körperliche Symptome auftreten. Allerdings falle es vielen Patienten (vor allem Männer) leichter, über diese zu sprechen, da sie gesellschaftlich akzeptierter seien als psychische Erkrankungen. Deshalb sei es wichtig, körperliche Ursachen der Symptome durch verschiedene Untersuchungen (z. B. Blutuntersuchung oder CT des Gehirns) auszuschließen (ebd.).

5.3 Diagnose

Eine behandlungsbedürftige (klinische) Depression werde diagnostiziert, sobald man andere Ursachen ausgeschlossen habe und der Patient mindestens zwei der drei Hauptsymptome und mindestens eines der Nebensymptome über zwei Wochen oder länger zeige. Dabei würden die Depressionen, abhängig von der Zahl und schwere ihrer Symptome, in leicht, mittel und schwere (Major Depression) Depressionen unterschieden werden (ebd.). Diese Einteilung sei wichtig, da nach ihr die Behandlung erfolge (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen 2016).

5.4 Untersuchungen & Diagnose in der Antike

Zweifelsfrei standen den Griechen der Antike noch keine Untersuchungsmöglichkeiten, wie die in 5.2 Beschriebenen, zur Verfügung. Deshalb seien die Symptome dafür ausschlaggebend gewesen, in welchem Grad und in welche Richtung der Patient aus dem harmonischen Gleichgewicht der Eukrasie (normale Zusammensetzung der Körpersäfte) hin zur Melancholie verschoben gewesen sei (vgl. Bayerischer Rundfunk 2014).

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6. Die Stigmatisierung von Depressionen

Das Wort Stigma stamme von dem griechischen Wort „stígma“ ab, was so viel bedeute wie Zeichen oder Brandmal (vgl. Bibliographisches Institut GmbH 2020). Aus heutiger Sicht verstehe man darunter, dass ein bestimmtes Merkmal mit negativen Eigenschaften/Vorurteilen verbunden sei (vgl. Dr. Christine Amrhein 2018) z. B. bekämen Menschen mit Depressionen oft zuhören, dass ihnen nur die nötige Selbstdisziplin fehle (vgl. Aktionsbündnis Seelische Gesundheit). Doch dieses Verhalten habe nicht nur schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen. Die psychisch kranken Menschen bekämen vielfach zu spüren, dass andere Menschen sich aufgrund der Erkrankung von ihnen abwenden oder sie aus der Gesellschaft ausgegrenzt würden. Diese Ausgrenzung erfolge in „zwischenmenschliche[n] Beziehungen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, durch die Politik, private Versicherungsanbieter oder allein durch eine diskriminierende Darstellung seelisch Kranker in den Medien.“ (ebd.).

Beispielsweise werde negativ über die Erkrankten gesprochen (vgl. Dr. Christine Amrhein 2018), dies geschehe jedoch nicht immer in offener Abneigung und Benachteiligung, sondern wiederholend schleichend und verdeckt (vgl. Aktionsbündnis Seelische Gesundheit). Auch die Angehörigen könnten von der Stigmatisierung betroffen sein. Häufig müssten sie sich Vorwürfe/Beschuldigungen anhören (vgl. Dr. Christine Amrhein 2018), erführen ebenfalls Ablehnung oder müssten die Ausgrenzung der ihnen geliebten Menschen miterleben (vgl. Aktionsbündnis Seelische Gesundheit). Dies alles sei eine weitere erhebliche Belastung für die Betroffenen, denn dadurch werde nicht nur der Heilungsprozess behindert, sondern auch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung, „[d]enn aufgrund der negativen Attribute, die mit psychischen Erkrankungen verbunden werden, gehe[n] viele Betroffene nicht oder erst spät zum Arzt, um die Diagnose ‚psy chisch krank‘ zu vermeiden.“ (ebd.).

Doch wie entsteht so ein Stigma und was kann man dagegen tun? Die Stigmatisierung erfolge dabei unbegründet davon, wie sich der Erkrankte verhalte – sie entstehe allein durch Voreingenommenheit und falsche Perspektiven, welche durch fehlendes Wissen und die „klischeehafte Darstellung psychisch Kranker in ‚den Medien‘ am Leben gehalten werden.“ (Dr. Christine Amrhein 2018).

Deshalb sei es ratsam die Menschen besser und informativer aufzuklären, einen persönlichen Kontakt mit den Betroffenen zu pflegen und Anti - Stigma - Kampagnen ins Leben zu rufen (ebd.), wie z. B. der Weltgesundheitstag 2017 mit dem Thema „Depression - Let’s talk“ (Dr. Beate Grossmann). Abschließend möchte ich noch die Frage klären, ob die Stigmatisierungen von Depressionen in den letzten Jahren eher zu- oder abgenommen haben. 2011 habe es für Menschen mit einer Depression minimale positive Veränderungen gegeben, denn die Menschen hätten etwas mehr Hilfsbereitschaft und Mitleid und etwas weniger Befangenheit als 1990 aufgebracht, aber gleichzeitig sei auch der Ärger gegenüber den Betroffenen gestiegen (vgl. Deutsches Ärzteblatt 2014). Aber laut einem Artikel von 2018 hingegen habe die Stigmatisierung von psychisch Kranken in den vergangenen Jahren eher wieder zu- als abgenommen (vgl. Dr. Christine Amrhein 2018).

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7. Zusammenfassung

Das Ziel dieser Facharbeit war es, die Hypothese, dass es die Depressionen schon immer gab, sie nur heute viel häufiger diagnostiziert werden, durch die Analyse bereits vorhandener Literatur, zu verifizieren.

Vorab fasse ich die wesentlichen Aussagen meiner Arbeit noch einmal kurz zusammen. Der gegenwärtig benutzte Begriff „Depression“, welcher aus dem Lateinischen kommt, ist noch relativ jung und beschreibt eine weitläufig verbreitete psychische Störung. In der Antike nutzte man dafür den Begriff „Melancholie“, dieser setzt sich aus den Begriffen „melas“ (= schwarz) und „chole“ (= Galle) zusammen. Eine Depression äußert sich sowohl in psychischen als auch physischen Symptomen, wobei die drei Hauptsymptome (gedrückte Stimmung, innere Leere mit dem Verlust von Interessen und ständige Antriebslosigkeit) alle psychischer Natur sind. Außerdem entsprechen die Symptome aus der Antike denen der Gegenwart. Die Ursachen einer Depression sind vielfältig und reichen von biologischen Auslösern bis hin zu psychologischen Quellen. Allerdings ist es schwierig eine eindeutige Unterscheidung zwischen den Ursachen zu entwickeln, da sie sich in einem komplexen Wechselspiel von biologischen Vorgängen, psychischen Faktoren und der persönlichen Situation gegen seitig beeinflussen und verändern. Die Ursachen in der Antike bezogen sich zum einen auf die Unausgewogenheit der 4 Körperflüssigkeiten mit dem erhöhten Anteil an schwarzer Galle und zum anderen auf die noch heute gültigen Auslöser, welche auch in 4.1 und 4.2 dargestellt wurden. Eine Depression wird heutzutage in zwei Schritten festgestellt. Einerseits wird nach Beschwerden gefragt, die typisch für eine Depression sind. Andererseits wird versucht andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Deshalb finden Untersuchungen statt, die sowohl die Psyche als auch den Körper des Erkrankten kontrollieren. Eine behandlungsbedürftige Depression wird diagnostiziert, sobald andere Ursachen ausgeschlossen wurden und der Patient mindestens zwei der drei Hauptsymptome und mindestens eines der Nebensymptome über zwei Wochen oder länger zeigt. Die Anzahl und Schwere der Symptome sind dabei ausschlaggebend für die Behandlung. In der Antike wurde die Melancholie durch die auftretenden Symptome diagnostiziert. Die Stigmatisierung von Depressionen hat für die Betroffenen und die Angehörigen schwerwiegende Folgen, durch welche zum einen die frühzeitige Behandlung und Diagnose und zum anderen der Heilungsprozess der Erkrankten behindert wird. Doch trotz Aufklärungs- und Anti – Stigma – Kampagnen konnte kein eindeutiger Erfolg bei der Entstigmatisierung von Depressionen erzielt werden.
Die Erarbeitung der Facharbeit führte zu anderen Ergebnissen als erwartet, denn die ursprüngliche Annahme, dass es die Depressionen schon immer gab, sie nur heute viel häufiger diagnostiziert werden, konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Dass es die Depressionen schon immer gab, kann m. H. der in 3.3, 4.3 und 5.4 erlangten Ergebnisse bestätigt werden. Denn, wie bereits erwähnt, stimmen die beiden Begriffe, abgesehen von den verschiedenen Bezeichnungen, in den springenden Punkten überein. Anders sieht es mit dem zweiten Teil der Hypothese aus, dass Depressionen heutzutage viel häufiger diagnostiziert werden, aufgrund der neuen Lebensweise der Menschen mit den dazu gewonnenen Stressoren, den gegenwärtig verwendeten psychologischen und körperlichen Untersuchungen so wie der Diagnose und der beginnenden Entstigmatisierung in Form von Anti - Stigma - Kampagnen. Bereits in der Einleitung stand fest, dass die Anzahl der diagnostizierten Depressionen in den letzten zehn Jahren um mehr als 18 % gestiegen ist. Doch gerade, weil sich die Symptome und die Untersuchungen & Diagnose der Antike und Gegenwart gleichen und es auch bei den Ursachen bedeutende Gemeinsamkeiten gibt, kann man diese nicht mehr als ausschlaggebende Punkte für den deutlichen Anstieg in den letzten zehn Jahren sehen. Genauso wenig konnte belegt werden, dass die Entstigmatisierung eine signifikante Rolle dabei spielt, dass Depressionen heute viel häufiger diagnostiziert werden. Dennoch möchte ich anmerken, dass das meiste Informationsmaterial nicht mehr aktuell ist und dringend eine Überarbeitung benötigt, dass es im Internet zwar ausreichend Informationen über das Krankheitsbild der Depression an sich (Symptome, Behandlung, Ursachen, Untersuchungen & Diagnose, Krankheitsverlauf & Prognose etc.) gibt, aber man kaum bis gar keine konkreten Zahlen und Statistiken, von authentischen Quellen, dazu findet, wie sich die Verbreitung, der an Depressionen erkrankten Menschen, von früher (beispielsweise den 1980er-Jahren) bis zur Gegenwart entwickelt hat und deshalb meine Themen- und Hypothesenbearbeitung negativ beeinflusst wurde.
Aufgrund dessen, dass die Frage, was zu dem starken Anstieg von diagnostizierten Depressionen in den letzten Jahren geführt hat, offen bleibt, könnten sich weitere langfristige Untersuchungen angesichts der Aktualität der Thematik lohnen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich finde, dass 10 Seiten mit dem vorgegebenen Zeilenabstand von 1,5 viel zu wenig sind, um so ein komplexes und vielfältiges Thema, wie das des Krankheitsbildes der Depression, darzustellen.

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