Lenz ist ein Novellenfragment, das Georg Büchner 1836 in Straßburg geschrieben hat. Die Behauptung, es handele sich bei dem Text um ein Fragment, ist ebenso umstritten wie seine Kategorisierung als Novelle. Es basiert auf einigen Briefen von Jean Frédéric Oberlin. Die Briefe machen ungefähr die Hälfte des Novellentextes aus und wurden von Büchner größtenteils wörtlich übernommen. Gegen Büchner wurde daher immer wieder der Vorwurf des Plagiats erhoben. Jakob Michael Reinhold Lenz, ein Freund Goethes, ist Gegenstand der Geschichte. Im März 1776 traf er Goethe in Weimar. Später litt er an einer psychischen Störung und wurde in Oberlins Pfarrhaus im Steintal geschickt. Die Geschichte befasst sich mit diesem letzten Vorfall. Obwohl zum Zeitpunkt von Büchners Tod 1837 unvollendet geblieben, gilt es als Vorläufer der literarischen Moderne. Sein Einfluss auf spätere Schriftsteller war enorm. Die Geschichte wurde für die Bühne als Jakob Lenz, eine Kammeroper von Wolfgang Rihm aus dem Jahr 1978, aufbereitet.
Inhalt des Werkes:
Lenz läuft allein durch ein Gebirge
Angstzustände und Paranoia
Lenz kommt an einem Dorf an; noch halbe Stunde bis nach Waldbach
keine Angstzustände „Lichter aus den Gesichtern“
Kommt in einem verwüsteten Zustand bei Oberlin an
fühlt sich wohl
Angstzustände als er alleine im Schulhaus ist
Lenz möchte nach einer Einbildung im Wald predigen
wird ruhiger, weil er sich mit etwas beschäftigen kann
nach der Predigt wird Lenz wieder unruhig
seine Mutter erscheint ihm Traum
Kaufmann kommt ins Dorf, Lenz verliert seine Ruhe endgültigg
Kaufmann erinnert ihn an seine Vergangenheit
Oberlin reist mit Kaufmann in die Schweiz
Lenz wird unruhig, da er befürchtet, dass Oberlin ewas über seine Vergangenheit erfahren könnte
Lenz versucht Tote zu beleben → Glaube abhängig von Oberlin
Transzendenz geht endgültig verloren
keine Anhaltspunkte mehr
Lenz hat eine (Schein-) Beziehung
Oberlin kehrt aus der Schweiz zurück, Lenz wird unruhig
Lenz geht an das Grab der Toten, um zu beten → Glaube abhängig von Oberlin
Symbol für Glaube
Partnerin seiner (Schein-) Beziehung stirbt
Lenz Zustand verschlimmert sich drastisch
Oberlin schickt Lenz nach Straßburg
Lenz verliert Alles (Hoffnung, Glaube, Gefühl → Oberlin) und lebt in Gleichgültigkeit
Besonderheiten des Werkes:
Fragment oder Novelle
Lenz spiegelt Büchner wieder:
Beide mussten ihre Heimat verlassen
Beide hatten starke Konflikte mit ihren Vätern
wollten politisch mitwirken, scheiterten und mussten fliehen
Beide getrennt von ihren Geliebten
selbe künstlerische Meinung
Außerdem konnte Büchner sein medizinisches Wissen miteinbringen
Interpretation des Werkes:
menschliche Urangst
Geisteskrankheit als nichts Negatives
„Wie kann ein liebender Gott die Menschen leidend erschaffen?“
Leiden des „Wahnsinnigen“, dessen Wahnsinn durch das Unverständnis der Gesellschaft verschlimmert wird
Charakterisierung einiger Figuren:
Lenz:
verwirrt
schwach
ständiger Kampf mit sich selbst
Schizophrenie
Wahnvorstellungen
Angst vor Vergangenheit
unglücklich und unerfüllt
abhängig
liebevoll → Oberlin gegenüber
gute Werte → durch Heilung von Oberlin, verliert sie jedoch am Ende
ständiger Transzendenzwechsel
widersprüchliche Ziele: sehnt sich nach Ruhe, verachtet aber die Stille
Selbstmordversuche
Oberlin:
verantwortungsbewusste
hilfsbereit
nachdenklich
Autoritätsperson
Vorbildsfunktion
fromm
theologisch gebildet
offen
erfülltes Leben
Familie
fürsorglich
liebevoll
kontaktfreudig
Hoffnungslosigkeit von Lenz wird am Ende bei Oberlin widergespiegelt
→ Gegenteil voneinander Lenz ↔ Oberlin
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