Rossant, Cécile - Underground New York (Inhaltsangabe)
Cecile J. Niemitz-Rossant, English G 21, Zusammenfassung, Referat, Hausaufgabe, Rossant, Cécile - Underground New York (Inhaltsangabe)
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Referat
Underground New York (Cécile Rossant)
Das Buch begleitet die deutschen Geschwister Basti und Zoë, die ihre Sommerferien bei ihren Cousins Debbie und Rick in New York City verbringen. Was als typischer Touristenausflug beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Entdeckungsreise in die verborgenen Schichten der Metropole.
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Gliederung / Inhalt
Das Wichtigste (kurz zusammengefasst)
Der Anfang: Die Oberfläche
Zuerst klappern die vier die klassischen Sehenswürdigkeiten ab: das Empire State Building, die Brooklyn Bridge und Chinatown. Für Basti und Zoë ist es der erste Trip in die USA, und sie sind von der schieren Größe und dem Glanz der Stadt beeindruckt. Doch Rick, der in New York lebt, hat keine Lust auf das Standard-Programm. Er will den beiden das „echte“ New York zeigen – das, was man in keinem Reiseführer findet.
Der Wendepunkt: Abgetaucht
Geleitet von Ricks Abenteuerlust verlassen die Jugendlichen die glitzernde Oberfläche und begeben sich in den Untergrund. Der zentrale Schauplatz ist hierbei der „Freedom Tunnel“ (ein echter Ort unter dem Riverside Park). Hier ändert sich die Atmosphäre des Buches komplett: Statt grellem Neonlicht und Menschenmassen gibt es hier Dunkelheit, Stille und beeindruckende Street-Art an den Tunnelwänden.
Die Begegnung mit dem „Professor“
Tief im Tunnel treffen sie auf eine Schlüsselfigur: Mr. Kaminski, der von allen nur der „Professor“ genannt wird. Er ist ein ehemaliger Akademiker, der sich im Freedom Tunnel ein provisorisches Büro eingerichtet hat und dort lebt. Der Professor dient als moralischer Kompass und wandelndes Geschichtsbuch der Geschichte New Yorks.
Durch ihn lernen Basti und Zoë, dass der Untergrund nicht einfach nur schmutzig ist, sondern eine Zuflucht für diejenigen bietet, die im harten System der Erdoberfläche keinen Platz finden. Er erzählt ihnen Geschichten über das New York der Vergangenheit und die „Mole People“ (Tunnelbewohner). Er macht ihnen klar, dass die Identität der Stadt untrennbar mit ihren Tunneln, Geisterbahnhöfen und vergessenen Räumen verbunden ist.
Spannung und Gefahr
Die Erkundung ist nicht ungefährlich. Rossant baut spannende Szenen ein, in denen die Jugendlichen den vorbeirasenden Zügen im engen Tunnel ausweichen müssen. Diese Momente verdeutlichen den Kontrast zwischen der Zivilisation (der Zug, der Menschen von A nach B bringt) und der Wildnis des Untergrunds, in dem eigene Regeln gelten.
Das Ende: Ein neuer Blickwinkel
Am Ende ihrer Reise kehren Basti und Zoë an die Oberfläche zurück, aber ihr Blick auf New York hat sich grundlegend verändert. Sie verstehen jetzt, dass die Wolkenkratzer nur die halbe Wahrheit sind. Die Stadt hat ein „unterirdisches Gedächtnis“, in dem Geschichte, Kunst und soziale Schicksale konserviert werden. Der Trip endet zwar abrupt, hinterlässt aber das Gefühl, dass die Jugendlichen an dieser Erfahrung gewachsen sind und ein tieferes Verständnis für soziale Gegensätze und Urbanität entwickelt haben.
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Ausführliche Inhaltsangabe
Basti und Zoë verbringen zwei Sommerferienwochen in New York bei ihrer Tante Marion, Onkel Ben und den Cousins Rick und Debbie. Schon die Ankunft überwältigt sie: Am Flughafen verlieren sich die Geschwister kurz aus den Augen, finden dann aber erleichtert ihre Verwandten. Auf der Fahrt in das Apartment staunen Basti und Zoë über die Wolkenkratzer und das lebhafte Treiben der Stadt. Die Wohnung der Familie liegt im 14. Stock eines Hochhauses – so hoch, dass Zoë sie zunächst für ein Hotel hält. Vom Balkon aus können sie sogar die Freiheitsstatue in der Ferne sehen. Zoë ist aufgeregt und anfangs sprachlos, während Basti neugierig jede neue Erfahrung aufsaugt. Gleich am ersten Abend zeigen Rick und Debbie ihren deutschen Gästen die Umgebung. Bei einem Spaziergang durch Manhattan sehen sie berühmte Sehenswürdigkeiten wie das Empire State Building und bummeln durch belebte Straßen. Rick erzählt Basti dabei eindrücklich von seinen Erinnerungen an den 11. September 2001: Als Kind erlebte er in der Schule, wie plötzlich Rauch am Himmel stand und alle in Panik gerieten – ein nachdenklicher Moment, der die sonst fröhliche Urlaubsstimmung kurz unterbricht und die Geschwister ahnen lässt, welche Tragödien die Stadt geprägt haben.
In den folgenden Tagen stürzen sich die vier Jugendlichen ins typische Touristenprogramm von New York. Sie besuchen gemeinsam das Empire State Building und genießen von der Aussichtsplattform den atemberaubenden Blick über die Skyline. Obwohl Basti und Zoë noch nie in den USA waren, fühlen sie sich durch die herzliche Art ihrer Cousins schnell heimisch. Sie fahren über die Brooklyn Bridge und schlendern durch Chinatown, wo überall fremde Gerüche und bunte Schilder ihre Neugier wecken. Auch ein Ausflug nach Coney Island steht auf dem Plan: An dem traditionellen Vergnügungsstrand staunen sie über die Achterbahnen und Karussells. In der Sonne spazieren sie auf der hölzernen Uferpromenade, essen Hotdogs und lauschen Straßenmusikanten. Rick ist bestens gelaunt und improvisiert dort sogar einen kleinen „Flip-Flop“-Rap, der Zoë zum Lachen bringt, während sie alles mit ihrer Kamera festhält. Die Atmosphäre ist unbeschwert und fröhlich – Basti und Zoë erleben das pulsierende, moderne New York mit all seinen berühmten Orten aus nächster Nähe.
Doch Cousin Rick hat nicht nur Interesse an den bekannten Sehenswürdigkeiten – er lockt seine Gäste auch in ein geheimnisvolles Abenteuer unter die Erde. Rick ist 16 und begeistert von Graffiti-Kunst. Er erzählt Basti eines Abends von einem verborgenen Ort, dem sogenannten „Freedom Tunnel“: einem stillgelegten Eisenbahntunnel unter Manhattan, dessen Wände über und über mit Graffiti bedeckt sind. Dort, so schwärmt Rick, könne man frei sprayen und etwas Abseits des gesetzliches erlaubt, aber voller Nervenkitzel. Basti ist sofort fasziniert von der Idee, New Yorks Untergrund kennenzulernen, und möchte Rick unbedingt begleiten. Zoë und Debbie zögern zunächst – es klingt gefährlich und verboten. Schließlich jedoch siegt ihre Neugier. Gemeinsam schmieden die vier Jugendlichen einen Plan: Am nächsten Tag wollen sie sich heimlich zum Freedom Tunnel aufmachen. Tante Marion und Onkel Ben dürfen davon natürlich nichts wissen, also erfinden sie eine harmlose Ausrede. Sie behaupten, einen Ausflug in den Central Park zu machen und ein Picknick zu veranstalten. Debbie, die vernünftigste der Runde, erklärt sich bereit, das Alibi zu untermauern: Sie packt tatsächlich einen Picknickkorb und will im Notfall den Eltern gegenüber so tun, als seien sie alle im Park. Innerlich klopft den Geschwistern jedoch das Herz – sie wissen, dass sie etwas Verbotenes planen, doch die Aussicht auf ein echtes Abenteuer in der verborgenen Unterwelt von New York ist einfach zu verlockend.
Am nächsten Vormittag machen sich Basti, Zoë und Rick auf den Weg zum Freedom Tunnel, wo Ricks Freunde Moog und Raul bereits warten. (Debbie bleibt zunächst in der Nähe des Parks zurück, um die Tarnung aufrechtzuerhalten.) Gemeinsam klettern die Jugendlichen durch einen Zaun und gelangen in einen verlassenen Abschnitt des New Yorker U-Bahn- und Eisenbahnnetzes. Im Tunnel ist es dämmrig, kühl und es riecht nach feuchtem Beton – ein scharfer Kontrast zur hellen Sommerwelt oben an der Oberfläche. Die Wände des breiten Tunnels sind mit farbenfrohen Graffiti übersät, die im Licht der Taschenlampen lebendig aufleuchten. Basti staunt über die riesigen gesprayten Bilder und Tags, während Rick zielstrebig nach einem freien Stück Wand sucht, an dem er sein eigenes Graffiti hinzufügen kann. Die Stimmung im Tunnel ist zugleich aufregend und unheimlich: In der Ferne dringt das Rattern vorbeifahrender Züge gedämpft bis zu ihnen vor, und überall liegen Schutt, alte Gleise und Müll herum. Doch die bunten Graffiti-Kunstwerke verleihen dem dunklen Ort etwas Kreatives und Lebendiges.
Rick, Moog und Raul packen ihre Spraydosen aus und beginnen, ein neues Bild an die Wand zu zaubern. Ihre Stirnlampen werfen zuckende Schatten auf das Gemäuer, während sie konzentriert arbeiten. Zoë kann ihre Faszination kaum zügeln – sie fotografiert begeistert die Graffiti und den Tunnel, um jeden Moment festzuhalten. Basti beobachtet mit klopfendem Herzen die Umgebung und passt auf, ob ein Zug naht, denn der Freedom Tunnel wird noch gelegentlich von Zügen durchfahren. Rick hat ausgerechnet, dass alle 40 Minuten ein Zug vorbeikommt. Die Jugendlichen müssen also wachsam bleiben: Sie halten ihre Uhren im Blick, damit sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können, wenn es wieder soweit ist.
Während die Jungs malen, wagt sich Zoë mit ihrer Kamera ein Stück weiter in die Dunkelheit, immer der Neugier nach. Plötzlich entdeckt sie im Schein ihrer Taschenlampe eine unscheinbare Metalltür in der Tunnelwand. Ohne lange zu überlegen, öffnet sie sie vorsichtig und leuchtet hinein. Dahinter befindet sich ein kleiner Raum – offenbar ein ehemaliger Versorgungsraum – der zu Zoës Erstaunen bewohnt aussieht. Inmitten von Kisten, alten Möbeln und Papierstapeln sitzt ein älterer Mann an einem Metalltisch! Zoë erschrickt und weicht einen Schritt zurück, doch der grauhaarige Mann hebt ruhig den Blick. Er wirkt nicht bedrohlich, eher überrascht, und lächelt sogar sanft in dem flackernden Licht. „Hallo“, sagt er mit rauer Stimme und auf Englisch, „wer bist du denn?“. Zögernd nennt Zoë ihren Namen und dass sie aus Deutschland kommt. Der alte Mann, der etwas verwahrlost, aber gebildet wirkt, stellt sich als Mr. Kaminski vor. Unter den Sprayern, so erklärt er stolz, kenne man ihn als „The Professor“, weil er so viel wisse und immer Geschichten erzähle. Zoë kann ihr Glück kaum fassen: Mitten im Untergrund New Yorks hat sie einen geheimnisvollen Bewohner getroffen, der hier scheinbar ein zurückgezogenes Leben führt.
In diesem Moment bemerkt Basti, dass seine Schwester verschwunden ist. Die Zeit drängt, denn bald müsste wieder ein Zug kommen. Er ruft nach Zoë, und seine Stimme hallt durch den Tunnel. Gemeinsam mit Rick und den anderen sucht er angestrengt in den dunklen Ecken, bis er die geöffnete Metalltür entdeckt. Basti stößt erleichtert zu Zoë und trifft dabei ebenfalls auf den „Professor“. Neugierig drängen nun auch Rick, Moog und Raul in den kleinen Raum. Eine skurrile Szene entsteht: Die Jugendlichen stehen staubbedeckt und mit klopfenden Herzen in diesem improvisierten Büro unter der Erde, während der alte Mann sie mit glänzenden Augen mustert. Schnell wird klar, dass Mr. Kaminski ungefährlich ist und sich sogar freut über Besuch. Er plaudert ein wenig mit den Eindringlingen: Als er hört, dass Basti und Zoë aus Deutschland kommen, lächelt er wissend – seine eigenen Eltern waren nämlich europäische Einwanderer, wie er beiläufig erwähnt. Die Jugendlichen spüren, dass in diesem Mann viel Geschichte steckt. Lange können sie jedoch nicht bleiben, denn aus der Ferne ist bereits ein dumpfes Grollen zu hören: der nächste Zug! Hastig verabschieden sie sich von Mr. Kaminski, der ihnen zum Abschied zunickt, und rennen zurück in den Haupttunnel. Gerade rechtzeitig drücken sich alle an die kalte Tunnelwand in eine Nische, als der Zug mit ohrenbetäubendem Lärm vorbeidonnert. Der Sog der vorbeirasenden U-Bahn lässt Papierfetzen tanzen und wirbelt Debbies Haar auf, doch alle bleiben unverletzt. Mit klopfenden Herzen klettern Basti, Zoë, Rick und die anderen schließlich wieder ins Freie hinaus. Sie haben ihre erste Untergrund-Expedition heil überstanden.
Draußen im grellen Tageslicht treffen sie Debbie, die in der Nähe gewartet hat. Aufgedreht und voller Adrenalin erzählen Basti und Zoë ihrer Cousine von allem, was sie unten erlebt haben – von den gigantischen Graffiti und natürlich vom mysteriösen Professor, der unter der Stadt lebt. Debbie, die aus Verantwortungsgefühl zunächst verzichtet hatte mitzukommen, bereut es ein bisschen, dieses Abenteuer verpasst zu haben. Alle vier schwören sich, das Geheimnis vor den Erwachsenen zu bewahren, und kehren so unauffällig wie möglich nach Hause zurück. Beim gemeinsamen Abendessen spielen sie die braven Touristen und berichten Onkel und Tante nur von sicheren Ausflügen wie dem Empire State Building. Doch in ihren Köpfen spukt längst die verborgene Tunnelwelt weiter, und besonders Rick kann es kaum erwarten, erneut hinunterzugehen.
Schon am nächsten Tag planen die Jugendlichen ihren zweiten Abstecher in die Unterwelt – diesmal sollen alle mitkommen. Am Morgen kommt es allerdings zunächst zum Streit zwischen Rick und seiner Schwester Debbie: Rick will so schnell wie möglich wieder in den Freedom Tunnel, um sein Graffitibild fertigzustellen, während Debbie vorschlägt, lieber etwas Harmloses wie einen Strandbesuch zu unternehmen. Die Stimmung wird hitzig, denn keiner will nachgeben – Ricks Abenteuerlust gegen Debbies Vorsicht. Als Onkel Ben die lauten Diskussionen mitbekommt und fragt, worüber gestritten wird, müssen sie sich blitzschnell eine Erklärung ausdenken. Rick behauptet trotzig, es gehe nur darum, ob sie zum Strand Coney Island oder in den Central Park picknicken fahren – beides klingt für die Erwachsenen plausibel. Tante Marion gibt ihrem Sohn schließlich die Erlaubnis, mit den Cousins zum Strand zu fahren, solange sie zusammenbleiben. Damit ist Debbie zufrieden, und Rick weiß, dass er seinen Tunnelplan nur aufschieben muss. Zoë hat schließlich eine Idee, um beide Wünsche zu erfüllen: Sie schlägt vor, den Tag zu teilen – vormittags können alle zusammen an den Strand gehen, und am nächsten Morgen könnte man als Ausgleich etwas „für Rick“ unternehmen. Wie beiläufig erwähnt sie, sie wolle dann mit Debbie ein Fotoshooting machen, „an einem interessanten Ort mit Graffiti“. Alle verstehen sofort, was gemeint ist. Debbie, die selbst gern fotografiert wird, findet den Plan spannend und erklärt sich einverstanden, am kommenden Tag nun doch mit in den Tunnel zu gehen. Rick ist erleichtert – er bekommt seine zweite Tunnel-Tour, und Debbie ist dieses Mal mit von der Partie.
Nach einem entspannten Strandtag voller Sonne und Spaß brechen die vier am folgenden Tag erneut zum Freedom Tunnel auf – diesmal bestens vorbereitet. Zoë und Debbie haben sich bunte, auffällige Kleider angezogen und etwas Make-up aufgelegt, damit die Fotos vor den Graffiti-Wänden später richtig spektakulär aussehen. Im Rucksack verstauen sie zusätzlich Outfits und Accessoires für verschiedene Fotomotive. Rick hat seine Farbdosen und eine Skizze für sein Graffiti dabei, Basti eine Taschenlampe und – nicht zu vergessen – alle haben nun die Zugfahrpläne im Kopf, damit sie nicht von einem Zug überrascht werden. Wieder schlüpfen sie durch den Zaun und betreten den düsteren Tunnel. Inzwischen fühlen sie sich schon fast wie Routine-Entdecker: Mit einem gewissen Nervenkitzel, aber auch mehr Selbstvertrauen als beim ersten Mal, tasten sie sich ins Halbdunkel vor. Die Geräusche und Gerüche sind ihnen vertraut – Tropfwasser von der Decke, ein fernes Dröhnen, der Geruch von Rost und Sprayfarbe.
Rick macht sich sofort daran, sein angefangenes Wandbild fertigzustellen. In konzentrierter Haltung sprüht er Linien und farbige Flächen auf die Tunnelwand, die langsam ein großes buntes Motiv ergeben. Basti steht Schmiere und behält die Uhr im Auge, während Zoë und Debbie ein gutes Stück entfernt nach dem perfektem Hintergrund für Fotos suchen. Sie finden eine Stelle, an der das Mauerwerk von unzähligen Graffiti in knalligen Farben bedeckt ist – wilde Schriftzüge, Comicfiguren, Symbole und Tags übereinander, ein wahrer Untergrund-Kunstgalerie. Begeistert positioniert Zoë ihre Cousine davor und beginnt, Fotos zu schießen: Debbie posiert mal lachend, mal ernst, springt in die Luft oder lehnt sich lässig an die bemalte Wand. Die beiden Mädchen haben sichtlichen Spaß dabei und vergessen für einige Minuten völlig, wo sie sich befinden.
Gleichzeitig nutzt Basti die Gelegenheit, noch einmal Mr. Kaminski aufzusuchen. Er klopft höflich an die Metalltür des kleinen Raums, und tatsächlich ertönt die heisere Stimme des Professors: „Herein!“ Im Schein der mitgebrachten Taschenlampe wirkt das „Büro“ des alten Mannes noch immer wie eine andere Welt: An den Wänden hängen vergilbte Fotos und Stadtpläne von New York, auf dem Tisch liegen Bücher, Notizzettel und ein alter Koffer. Mr. Kaminski freut sich sichtlich, Basti wiederzusehen – der Besuch vom Vortag hat wohl auch bei ihm Eindruck hinterlassen. Er bittet den Jungen herein und zeigt ihm neugierig ein paar alte Schwarz-Weiß-Fotografien. Darauf sind Gebäude zu sehen, die Basti nicht kennt. Mr. Kaminski erzählt mit leiser Begeisterung: Die Fotos zeigen den alten Pennsylvania-Bahnhof, der 1910 eröffnet wurde und bis 1963 stand – ein prachtvoller Bahnhof, der leider abgerissen wurde, um einem modernen Bau Platz zu machen. Andächtig betrachtet Basti die Bilder der riesigen Bahnhofshalle mit ihren Säulen und dem Glasdach, während Mr. Kaminski von früher erzählt. Er spricht von seiner Kindheit in New York: Er stamme aus einer großen Familie mit sieben Geschwistern und habe als Junge oft im Viertel Lower East Side gespielt. Sein Vater habe in der Orchard Street einen Hutladen betrieben – „Kaminski’s Hats“, berichtet der Professor stolz – und alle Familienmitglieder halfen mit. Im Sommer saßen sie abends auf den Feuerleitern der Mietshäuser, um der stickigen Hitze der Wohnungen zu entkommen, und beobachteten das bunte Treiben auf der Straße. Während Mr. Kaminski erzählt, kann sich Basti die Szenen förmlich vorstellen: New York vor vielen Jahrzehnten, Pferdekutschen, Straßenverkäufer und Kinder, die auf der Feuerleiter sitzen und Limo schlürfen. Ein Hauch von Nostalgie liegt in der kleinen Kammer.
Der alte Mann öffnet sogar eine Schublade und holt ein vergilbtes Familienfoto hervor: Er zeigt Basti seine Eltern und Geschwister – darunter seine kleine Schwester Ruth, die er besonders liebte. Basti hört aufmerksam zu, als der Professor auch von persönlichen Verlusten spricht: Seine Frau, so erwähnt er mit einem traurigen Lächeln, sei schon vor vielen Jahren gestorben, und einige seiner Geschwister leben nicht mehr in der Stadt. Eine Schwester namens Shari wohne aber noch in New York, irgendwo in Queens, doch der Kontakt sei nicht mehr so eng. Man spürt, dass Mr. Kaminski einsam ist, trotz all der Schätze aus der Vergangenheit, die ihn umgeben. Dennoch funkeln seine Augen, wenn er über New Yorks Geschichte redet: Er erzählt Basti vom Bau der Brooklyn Bridge und von einer Panik, die dort 1884 kurz nach Eröffnung der Brücke ausbrach, als plötzlich Gerüchte gingen, die Brücke sei einsturzgefährdet. Basti ist gefesselt von diesen faszinierenden und teilweise unheimlichen Anekdoten – der Professor erweckt mit seinen Erzählungen ein New York zum Leben, das längst vergangen ist.
Währenddessen vergehen die Minuten, und Zoë und Debbie bemerken plötzlich erschrocken, dass der nächste Zug in wenigen Augenblicken kommen muss. Sie haben die Zeit beim Fotografieren fast vergessen. Panisch blickt Debbie auf ihre Armbanduhr: Weniger als zwei Minuten! „Los, schnell weg von den Gleisen!“, ruft Zoë, und beide rennen so schnell sie können den Tunnel entlang zurück in Richtung ihres Einstiegs. Doch der rutschige Boden und Debbies modische Sandalen machen es ihr schwer: Mit ihren roten Riemchenschuhen kommt sie nicht gut voran. In der Ferne ist bereits das Kreischen der Metallräder auf den Schienen zu hören. Zoë erreicht keuchend einen seitlichen Mauervorsprung und wirft sich in Deckung. Sie dreht sich um und sieht Debbie, die verzweifelt versucht zu rennen – in letzter Sekunde packt Debbie all ihre Kraft zusammen und hechtet ebenfalls in die schützende Nische neben Zoë. Im selben Augenblick rast der Zug vorbei. Der Luftdruck pfeift und ein ohrenbetäubender Lärm erfüllt den Tunnel, doch die beiden Mädchen bleiben unverletzt gedrückt an der Wand stehen. Als der Zug vorbeigezogen ist, atmen sie zitternd auf. Debbie blickt an sich hinab – und bemerkt entsetzt, dass sie nur noch einen Schuh trägt. Ihr rechter Schuh ist im Tunnel zurückgeblieben und wurde vom Zug erfasst: Einige Meter weiter liegt das zerfetzte rote Sandalenteil. Debbie ist den Tränen nahe, einerseits vor Schreck, andererseits weil ihr hübscher Schuh zerstört wurde. Doch Zoë beginnt erleichtert zu lachen – die Situation war so knapp und absurd, dass beide in Gelächter ausbrechen. Debbie steigt mit nur einem Schuh zurück zu den anderen, den kaputten Schuh trägt sie wie eine Trophäe in der Hand. Dieser Schreckmoment führt den Jugendlichen drastisch vor Augen, in welcher Gefahr sie sich bei ihren heimlichen Ausflügen befinden. Gleichzeitig schweißt das Erlebnis sie noch enger zusammen.
Nach diesem Zwischenfall beschließen alle, es für heute gut sein zu lassen. Rick hat sein Graffiti vollendet – eine bunte, ausladende Schrift, die seinen Künstlernamen trägt – und ist stolz darauf. Zoë und Debbie, noch etwas mitgenommener als die Jungs, wollen nur noch raus ans Tageslicht. Bevor sie gehen, schaut Basti jedoch noch einmal bei Mr. Kaminski vorbei und erzählt hastig, dass sie jetzt gehen müssen. Der Professor entschließt sich spontan, mit zur Tunnelöffnung zu kommen. Vielleicht spürt er, dass er diese jungen Freunde nicht so schnell wiedersehen wird, und will ihnen einen sicheren Abschied bereiten. Gemeinsam warten sie, bis der nächste Zug vorbeigebraust ist, dann begleitet Mr. Kaminski die vier Jugendlichen bis zum Ausgang des Tunnels. In der grellen Sonne blinzelt der alte Mann und atmet tief die frische Luft ein – ein Anblick, der Zoë rührt, denn offenbar verlässt er nur selten sein unterirdisches Reich. Auf dem verlassenen Bahndamm vor dem Tunneleingang nehmen sie nun endgültig Abschied: Zoë bittet um ein Erinnerungsfoto. Sie holt ihre Kamera hervor, und Rick übernimmt das Fotografieren, sodass Zoë ebenfalls mit aufs Bild kann. Arm in Arm stehen Basti, Zoë, Rick und Debbie um Mr. Kaminski herum und lächeln in die Kamera – fünf sehr unterschiedliche New Yorker „Untergrund-Entdecker“, vereint für einen kurzen Moment. Der Professor bedankt sich leise für den Besuch und wünscht den Jugendlichen alles Gute. Man verspricht, in Kontakt zu bleiben: Basti will ihm die entwickelten Fotos zuschicken, und Mr. Kaminski kritzelt eine Postadresse auf einen Zettel – vermutlich die einer befreundeten Organisation oder Person, denn er selbst hat natürlich keine offizielle Adresse. Dann verabschiedet er sich mit einem wehmütigen Lächeln und schaut den vier Teenagern nach, als sie die Böschung hinaufklettern und wieder in die Welt oberhalb der Erde zurückkehren.
Zuhause erwarten Tante Marion und Onkel Ben die Jugendlichen bereits – nichtsahnend, wo ihre Kinder und Nichten/Neffen wirklich waren. Am Abend gehen alle zusammen essen: Die Eltern laden sie in ein chinesisches Restaurant in der Mott Street (Mitten in Chinatown) ein. Dort, beim Wong Fat Restaurant, sollen sie sich um 18 Uhr treffen, wie eine Notiz am Morgen angekündigt hatte. Basti und Zoë nutzen den freien Tag bis zum Treffen, um auf eigene Faust noch etwas Stadtgeschichte aufzuschnappen: Aus Mr. Kaminskis Erzählungen ist Basti besonders die Geschichte vom alten Penn Station im Kopf geblieben. Also schlägt er Zoë vor, am Nachmittag vor dem Restaurantbesuch noch zum heutigen Bahnhof Penn Station zu fahren und nach Überresten des früheren Prachtbaus zu suchen. Zoë ist einverstanden – sie merkt, wie sehr ihr Bruder von der Mischung aus Geschichte und Abenteuer angefixt ist. Rick und Debbie jedoch haben für diesen Tag andere Pläne: Rick behauptet, sich mit seinem Freund Raul treffen zu wollen (in Wirklichkeit hat er insgeheim vor, noch alleine ein paar „Geisterbahnhöfe“, also verlassene U-Bahn-Stationen, zu erkunden). Debbie wiederum möchte ihre Schulfreundinnen sehen. So ziehen Basti und Zoë alleine los. Sie leihen sich von ihren Cousins zwei Fahrräder und radeln quer durch Manhattan bis zur Penn Station. Dort angekommen, versuchen sie tatsächlich, Hinweise auf den alten Bahnhof zu finden, von dem Mr. Kaminski erzählt hat. Basti hat sogar eine kleine Liste von ihm erhalten, auf der dieser ein paar Orte notiert hat: zum Beispiel soll irgendwo an einer Wand noch ein steinerner Adler stehen, der einst die Fassade des alten Bahnhofs schmückte, oder ein Stück der Marmortreppe, das ins neue Gebäude integriert wurde. Die beiden laufen durch die geschäftige, moderne Bahnhofshalle von Penn Station, die allerdings unscheinbar unter dem Madison Square Garden liegt. Zwischen eiligen Reisenden und geduldig wartenden Pendlern suchen sie mit offenen Augen nach historischen Relikten. Tatsächlich entdecken sie in einer Nische einen großen steinernen Adler, der dekorativ aufgestellt wurde – ein Überbleibsel des alten Bahnhofs. Basti ist begeistert. Eifrig holt er sein Notizbuch heraus und beginnt, den steinernen Adler und Teile der Architektur zu skizzieren. Die Atmosphäre in der Bahnhofshalle könnte nicht stärker vom Freedom Tunnel unterschieden sein: grelles Neonlicht, Menschenmassen und Lautsprecheransagen, alles wirkt geschäftig und modern. Doch Basti und Zoë haben den Blick für die Vergangenheit geschärft und lassen sich von ein paar mürrischen Sicherheitsleuten nicht beirren, als sie neugierig Fragen stellen. Ein korpulente Dame am Informationsschalter runzelt zwar die Stirn, als Basti kurz versucht, hinter ihren Tresen zu spähen (er vermutet dort den Anfang einer alten Treppe), und sie weist ihn streng zurecht – „Hinter den Schalter geht hier nur Personal, junger Mann!“ –, aber das Geschwisterpaar lässt sich nicht entmutigen. Ein älterer Herr, der Bastis Zeichnungen über die Schulter beobachtet, kommt schließlich mit ihnen ins Gespräch. Schmunzelnd rätselt er über ihren Akzent: „Interessant… Ihr kommt nicht von hier, stimmt’s? Lasst mich raten – Schweden? Oder Finnland?“ Zoë lacht und erklärt freundlich, dass sie aus Deutschland sind. Der Mann, selbst New Yorker, freut sich über ihr Interesse an der Geschichte der Stadt und erzählt kurz, was er über den alten Bahnhof weiß. So vergeht die Zeit, und Basti und Zoë gewinnen ein tieferes Verständnis für das New York von früher, das dank Menschen wie Mr. Kaminski nicht völlig vergessen ist.
Am frühen Abend treffen sie im Restaurant auf Tante Marion, Onkel Ben, Debbie und (mit etwas Verspätung) auch Rick. Rick kommt verschwitzt und mit leicht zerzauster Kleidung an – offenbar war er auf seinem eigenen Abenteuer unterwegs und musste rennen, um rechtzeitig zu erscheinen. Onkel Ben merkt sofort, dass etwas los ist, und hakt nach. Zunächst drücken sich die Jugendlichen um die Wahrheit, doch schließlich gesteht Rick kleinlaut, dass er an diesem Tag keineswegs brav mit Raul unterwegs war, sondern allein verbotenerweise in stillgelegte U-Bahn-Stationen hinabgestiegen ist. Dieses riskante Verhalten sorgt für eine ernste Miene bei seinem Vater. In diesem Moment entscheiden sich auch Basti und Zoë, ihren Verwandten reinen Wein einzuschenken: Sie geben zu, dass sie in den letzten Tagen nicht nur harmlose Ausflüge gemacht haben, sondern mit Rick im Untergrund New Yorks unterwegs waren. Gespannt blicken sie zu Tante und Onkel – doch deren Reaktion ist weniger wütend als vielmehr schockiert und besorgt. Onkel Ben atmet tief durch und lässt sich dann von den Jugendlichen die ganze Geschichte erzählen. So schildern Basti, Zoë, Rick und Debbie (die inzwischen auch eingeweiht ist) abwechselnd, was sie im Freedom Tunnel erlebt haben: das Graffiti-Sprühen, die Fotos und natürlich die Begegnung mit dem seltsamen „Professor“. Tante Marion hält sich erschrocken die Hand vor den Mund, als sie hört, in welche Gefahr sich die Kinder begeben haben. Doch weil alle heil und gesund vor ihr sitzen, versucht sie, Fassung zu bewahren. Die Runde isst ihr chinesisches Essen – das eigentlich köstlich ist – etwas ruhiger als geplant, da nun natürlich über Sicherheit, Vernunft und Vertrauen gesprochen wird. Basti und Zoë spüren, dass sie ihre Tante und ihren Onkel enttäuscht haben, indem sie gelogen und Risiken in Kauf genommen haben. Trotzdem können sie nicht bereuen, was sie erlebt haben, denn es waren die aufregendsten Tage ihres Lebens.
Rick entschuldigt sich bei Basti, dass er ihn und Zoë manchmal belogen hat (etwa über seine geheimen Alleingänge in die Geisterbahnhöfe). Basti klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter – er kann seinem Cousin nicht lange böse sein, schließlich hat Ricks Wagemut all die Abenteuer erst möglich gemacht. Onkel Ben und Tante Marion beschließen, die Sache intern zu regeln: Es gibt eine ernste Standpauke, aber sie sind auch erleichtert, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Debbie nutzt die Gelegenheit, ihre Eltern daran zu erinnern, dass sie ja eigentlich immer versucht hat aufzupassen. Das entlockt Tante Marion ein knappes Lächeln – sie ist stolz auf ihre Tochter, aber auch sie kann der Faszination dieser ungewöhnlichen Ferienerlebnisse nicht ganz widersprechen. Schließlich verspricht Rick, in Zukunft vorsichtiger und ehrlicher zu sein, und die Stimmung entspannt sich wieder etwas. An diesem Abend lernen Basti und Zoë noch eine andere Seite von New York kennen: Beim Verlassen des Restaurants tauchen sie ein in die geschäftigen, bunten Straßen von Chinatown bei Nacht. Überall hängen rote Laternen, es duftet nach gebratenem Essen, und von irgendwo klingt fern Musik. Die Familie schlendert gemeinsam zurück – die Erwachsenen in der Mitte, die Jugendlichen dicht beisammen. Nach den Turbulenzen der letzten Tage tut dieses Gefühl von Normalität allen gut.
Die letzten Tage in New York nutzen Basti und Zoë dann wieder für klassische Aktivitäten. Zusammen mit Debbie fahren sie am nächsten Morgen mit der Fähre zur Freiheitsstatue – Rick bleibt diesmal zu Hause, da er offenbar genug Aufregung hatte und sich etwas zurückziehen will. Die Überfahrt auf dem Hudson River ist herrlich: Wind bläst ihnen ins Gesicht und die Skyline Manhattans glitzert in der Sonne. Sie machen unzählige Fotos von der Freiheitsstatue und der vorbeiziehenden Stadtlandschaft. Auf der Rückfahrt mit der Staten Island Ferry genießen sie einfach den Augenblick und lassen Revue passieren, was sie bereits alles gesehen haben. Anschließend holen sie in einem Fotogeschäft die entwickelten Bilder der letzten Tage ab, darunter auch die Aufnahmen aus dem Tunnel. Begeistert blättern sie durch die Fotos. Eines zeigt Basti und Mr. Kaminski Seite an Seite in seinem unterirdischen Büro – ein etwas unscharfes, aber sehr besonderes Bild. Ein anderes zeigt Debbie in ihrem knalligen Kleid vor der Graffiti-Wand, Zoe hat es wirklich geschafft, die Atmosphäre des Tunnels kunstvoll einzufangen. Beim Anblick dieser Erinnerungen wird den Geschwistern klar, wie außergewöhnlich ihre Ferien waren. Sie beginnen, sehnsüchtig davon zu reden, den Professor vielleicht ein letztes Mal zu besuchen, um ihm die Fotos zu zeigen und sich richtig zu verabschieden.
Gesagt, getan: Am folgenden Mittag überzeugen Basti und Zoë auch Rick davon, noch ein allerletztes Mal zum Freedom Tunnel zu gehen – diesmal ohne heimliche Agenda, sondern ganz offen mit der Erlaubnis der Eltern. Tante Marion, die inzwischen über alles Bescheid weiß, ist zwar immer noch nicht begeistert, aber sie stimmt zögernd zu, solange sie versprechen, äußerst vorsichtig zu sein und keine Dummheiten mehr zu machen. Debbie allerdings darf nicht erneut mit; nach den Enthüllungen will ihre Mutter sie lieber bei sich behalten. Also machen sich Basti, Zoë und Rick zu dritt auf den Weg. Zu ihrer Erleichterung stoßen sie den Professor tatsächlich noch einmal an seiner Wirkungsstätte an. Er freut sich, die jungen Leute wiederzusehen. In aller Ruhe – nun ohne Eile oder Zugdruck – setzen sie sich zu Mr. Kaminski und zeigen ihm die entwickelten Fotografien. Der Alte betrachtet das Bild von sich und Basti mit gerührter Miene. Er hält das Foto vorsichtig in seinen zitterigen Händen, als wäre es etwas Kostbares. Es entspinnt sich ein warmes Gespräch: Mr. Kaminski erkundigt sich nach ihren restlichen Erlebnissen in New York, und die Jugendlichen berichten stolz, was sie alles entdeckt haben – vom Brooklyn Bridge Park bis hin zu jenem Hutladen in der Orchard Street, den Basti tatsächlich gefunden hat. Bei der Erwähnung des Hutladens leuchten die Augen des Professors: Genau dort hatte einst der Laden seines Vaters gestanden. Es ist für alle spürbar, wie sich hier Kreise schließen – die Vergangenheit und die Gegenwart der Stadt berühren sich in diesem Moment. Mr. Kaminski überreicht Basti zum Abschied einen kleinen handgeschriebenen Zettel mit einer Liste: Darauf stehen Orte, wo man weitere Relikte des alten New York finden kann – zum Beispiel historische Gebäudeteile, Denkmäler oder versteckte Plätze, die Touristen kaum kennen. Basti nimmt die Liste ehrfürchtig entgegen; er ahnt, dass dies ein Vermächtnis des Professors an sie ist, damit sie die Augen für die Geschichte offen halten. Schließlich wird es Zeit, Lebewohl zu sagen. Dieses Mal umarmt Zoë den alten Mann spontan, und auch Rick schüttelt ihm fest die Hand – der coole Graffiti-Sprayer wirkt dabei fast ein wenig sentimental. Mr. Kaminski winkt ihnen zum Abschied nach, als sie den Tunnel verlassen. Es ist ein Abschied für unbestimmte Zeit, doch in Gedanken werden die Jugendlichen Mr. Kaminski und seine unterirdische Welt wohl nie vergessen.
Wieder oben in der Stadt, kehren Basti, Zoë und Rick in die Wohnung zurück. Dort erwartet sie jedoch eine unangenehme Überraschung: Tante Marion hat in der Zwischenzeit Zoës ausgedruckte Tunnel-Fotos entdeckt – und nun kochen ihre aufgestauten Emotionen hoch. Sie zeigt aufgeregt auf die Bilder von den Kindern im dunklen Tunnel, von Graffiti-Wänden und Bahngleisen und schimpft los. Marion ist außer sich vor Sorge und Ärger, als sie begreift, in welcher Gefahr die Jugendlichen mehrfach geschwebt haben. Besonders das Foto von Zoë und Debbie im Tunnel mit einem durchrasenden Zug im Hintergrund jagt ihr einen Schrecken ein. „Seid ihr eigentlich wahnsinnig?!“, ruft sie und umklammert fassungslos das Bild. Onkel Ben versucht sie zu beruhigen, doch auch er wirkt angespannt. Basti und Zoë stehen mit gesenkten Köpfen da und lassen die Standpauke über sich ergehen. Sie verstehen nun, wie leichtsinnig sie waren, und entschuldigen sich aufrichtig bei ihrer Tante. Rick bekommt ebenfalls seinen Teil der Schelte ab – als ältester Cousin hätte er besser auf die jüngeren aufpassen müssen, statt sie in Gefahr zu bringen. Es fließen sogar ein paar Tränen auf beiden Seiten, denn bei all dem Tadel spürt man vor allem die Erleichterung der Erwachsenen, dass nichts Schreckliches passiert ist. Tante Marion schließt schließlich alle vier in eine stürmische Umarmung, froh darüber, ihre „Kinder“ heil bei sich zu haben. Dennoch kündigt sie an, dass Basti und Zoë sich wohl auch daheim vor ihren Eltern werden verantworten müssen, sobald sie nach Deutschland zurückkehren.
Am Ende ihrer Reise blicken Basti und Zoë auf zwei unglaublich spannende Wochen zurück. Was als normaler Familienbesuch mit Sightseeing begann, entwickelte sich zu einem ungeahnten Abenteuer in New Yorks Untergrund. Sie haben nicht nur die glitzernde Oberfläche der Metropole kennengelernt – die Wolkenkratzer, Museen, Parks und Touristenattraktionen –, sondern sind auch in das verborgene Herz der Stadt vorgedrungen. In den dunklen Tunneln und vergessenen U-Bahn-Stationen entdeckten sie eine andere Welt voller Geheimnisse, Gefahr und zugleich Schönheit: Graffiti-Kunst leuchtete im fahlen Licht, Fremde wurden zu Verbündeten, und ein alter Mann ließ die Vergangenheit lebendig werden. Die Atmosphäre dieser Unterwelt war mal spannend und schaurig, mal überraschend herzlich und lehrreich. Trotz aller Risiken schwelgen die Geschwister in den Erinnerungen: Sie haben echte Freundschaft mit ihren amerikanischen Verwandten geschlossen, Vertrauen und Mut bewiesen und so manche Lektion gelernt – über Ehrlichkeit, über die Geschichte New Yorks und darüber, dass hinter jeder glänzenden Fassade auch verborgene Geschichten liegen. Mit einem Koffer voller Souvenirs, einer Kamera voller einzigartiger Fotos und einem Kopf voller unvergesslicher Eindrücke treten Basti und Zoë schließlich die Heimreise an. Sie wissen, dass sie diese außergewöhnlichen Ferien so schnell nicht vergessen werden – denn ein Teil von New York, das Underground New York, wird für immer in ihren Herzen weiterleben.
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Die nachfolgenden Dokumente passen thematisch zu dem von Dir aufgerufenen Referat:
- Mann, Thomas - Mario und der Zauberer (Zusammenfassung in Stichpunkten)
- Wedekind, Frank - Frühlings Erwachen (Zusammenfassung)
- Schiller, Friedrich - Die Räuber (Rezension und Zusammenfassung)
- Shakespeare, William - Richard III. (Zusammenfassung des Dramas)
- Borchert, Wolfgang - Draußen vor der Tür (kurze Zusammenfassung)
