Abendgefühl von Christian Friedrich Hebbel
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Friedlich bekämpfen |
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Nacht sich und Tag. |
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Wie das zu dämpfen, |
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Wie das zu lösen vermag! |
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Der mich bedrückte, |
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Schläfst du schon, Schmerz? |
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Was mich beglückte, |
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Sage, was war's doch, mein Herz? |
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Freude, wie Kummer, |
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Fühl' ich, zerrann, |
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Aber den Schlummer |
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Führten sie leise heran. |
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Und im Entschweben, |
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Immer empor, |
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Kommt mir das Leben |
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Ganz, wie ein Schlummerlied vor. |
Details zum Gedicht „Abendgefühl“
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1813 - 1863
Realismus
Gedicht-Analyse
Christian Friedrich Hebbels Gedicht „Abendgefühl“ thematisiert den Übergang zwischen Tag und Nacht und die damit einhergehenden Empfindungen. In der Einleitung wird deutlich, dass es um den Kontrast und das Spiel zwischen Licht und Dunkelheit geht, was symbolisch für die inneren Kämpfe des menschlichen Geistes stehen kann. Die friedliche Auseinandersetzung von Tag und Nacht in der ersten Strophe beschreibt, wie das herannahende Dunkel die grellen Eindrücke des Tages besänftigt und letztlich auflöst.
Die zweite Strophe zeigt einen Wechsel vom äußeren Naturphänomen hin zu inneren Emotionen. Der Schmerz, der den Tag über bedrückte, scheint im Abendgewühl zu entschwinden, während das Herz sich fragt, was es am Tag glückte. Diese Gegenüberstellung von Schmerz und Glück illustriert die Ambivalenz der menschlichen Erfahrung - die starken Emotionen des Tages werden im Abend gedämpft und reflektiert.
In der dritten Strophe wird dieses Thema weitergeführt, indem Freude und Kummer gleichermaßen als vorübergehend beschrieben werden. Beide Emotionen scheinen zu vergehen und leiten sanft den baldigen Schlaf ein, was den beruhigenden und doch flüchtigen Charakter der Dämmerung verdeutlicht.
Die vierte und letzte Strophe hebt diese Reflexion auf eine weitere Ebene. Das Leben selbst wird wie ein Schlaflied wahrgenommen, das im Schwinden – in Auflösung und Aufstieg begriffen – eine Art beruhigende Ganzheit vermittelt. Der Abend wird hier sowohl als Ende eines Tages als auch als Metapher für die allmähliche Annäherung an den Tod gedeutet, das den endlosen Kreislauf des Lebens andeutet.
Insgesamt veranschaulicht das Gedicht, wie Abenddämmerung körperliche und emotionale Zustände beruhigt und in Einklang bringt. Hebbels Sprache ist voller sanfter Bilder und fließender Rhythmen, die die im Gedicht behandelten Übergänge widerspiegeln. Der Ansatz des Dichters, den Abend als sanfte Brücke zwischen Wachsein und Schlaf zu schildern, lädt den Leser dazu ein, die ständigen Wechselbäder der Gefühle als integralen Bestandteil menschlichen Lebens zu akzeptieren. Das Gedicht sticht durch seine einfühlsame Darstellung des alltäglichen Widerspruchs zwischen flüchtigen Empfindungen und der Gleichmäßigkeit des natürlichen Ablaufs hervor. Es hinterlässt den Leser mit einem Gefühl der inneren Ruhe und Akzeptanz gegenüber der Vergänglichkeit.
Weitere Informationen
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Abendgefühl“ des Autors Christian Friedrich Hebbel. 1813 wurde Hebbel in Wesselburen, Dithmarschen geboren. Im Zeitraum zwischen 1829 und 1863 ist das Gedicht entstanden. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Realismus zuordnen. Bei Hebbel handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 58 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 16 Versen. Christian Friedrich Hebbel ist auch der Autor für Gedichte wie „An Elise“, „Gott“ und „Leben“. Zum Autor des Gedichtes „Abendgefühl“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 418 Gedichte vor.
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