Abendfalter von Georg Busse-Palma

Wenn deine Lampen sich entzünden
Und durch die dunklen Gärten glühn,
Dann tauchen aus verschlafnen Gründen
Die Falter auf, die zu dir ziehn.
 
Sie drängen pochend an die Scheiben
Und woll'n zu dir und deinem Licht.
Die ewig sonst im Dunkeln bleiben,
Vertreib die lichtverlockten nicht!
 
Kein Mittag hat sie je beschienen
10 
Mit seiner Sonnen sel'gem Schein
11 
Auch meine Sehnsucht ist bei ihnen
12 
Und hat wie sie dein Licht allein.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.8 KB)

Details zum Gedicht „Abendfalter“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
70
Entstehungsjahr
1876 - 1915
Epoche
Naturalismus,
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Abendfalter“ wurde von Georg Busse-Palma verfasst, der von 1876 bis 1915 lebte. Dies platziert das Werk in die Zeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, in die Epoche des Naturalismus und Expressionismus.

Beim ersten Eindruck erzeugt das Gedicht ein Bild von Nachtfaltern, die von der Helligkeit der Lampen angezogen werden. Es entsteht eine Stimmung der Ruhe, Schönheit aber auch der Unsicherheit und Verzweiflung. Es findet eine Vermenschlichung der Tiere statt, wodurch eine stärkere Identifikation des Lesers ermöglicht wird.

Im Inhalt des Gedichts geht es um Nachtfalter, die von den Lichtern menschlicher Wohnungen angezogen werden. Sie sind Symbole für jene, die sich in der Dunkelheit und im Schlaf befinden, aber vom Licht (also von Wissen, Erkenntnis oder Wärme) angezogen werden. In der letzten Strophe identifiziert sich das lyrische Ich mit den Faltern: Seine Sehnsucht drängt auch zum Licht und ist damit gleichzeitig die Sehnsucht nach Nähe und Zuneigung.

Formell besteht das Gedicht aus drei vierzeiligen Strophen. Die Versform ist der Kreuzreim. Sprachlich handelt es sich um ein recht traditionelles Gedicht. Es ist in einer schlichten, klaren Sprache verfasst, die Raum für Symbolik und Metaphorik lässt. Das Hauptmotiv des Gedichts ist das Licht im Dunkeln, ein in der Lyrik häufig verwendeter Konflikt zwischen Hell und Dunkel, der hier als Metapher für Hoffnung und Verzweiflung interpretiert werden kann.

Insgesamt ist das Gedicht „Abendfalter“ ein lyrisches Werk, das sowohl die Schönheit und die Anziehungskraft des Lichts als auch die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach Wissen und menschlicher Nähe darstellt. Es verbindet natürliche und menschliche Gefühle in einer bildhaften Sprache.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Abendfalter“ ist Georg Busse-Palma. Busse-Palma wurde im Jahr 1876 in Lindenstadt bei Birnbaum/Posen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1892 und 1915. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Naturalismus, Moderne, Expressionismus oder Avantgarde / Dadaismus zugeordnet werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das 70 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen. Die Gedichte „Leben“, „Altes Lied“ und „Meine Pfleglinge“ sind weitere Werke des Autors Georg Busse-Palma. Zum Autor des Gedichtes „Abendfalter“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de keine weiteren Gedichte vor.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Weitere Gedichte des Autors Georg Busse-Palma (Infos zum Autor)