Goethe, Johann Wolfgang von Faust (die Schuld von Faust)

Schlagwörter:
Johann Wolfgang von Goethe, Gretchen, Mephisto, Schuldfrage, Valentin, Referat, Hausaufgabe, Goethe, Johann Wolfgang von Faust (die Schuld von Faust)
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Referat

Faust - Johann Wolfgang von Goethe / Die Schuld von Faust

Wie macht sich Faust an Gretchen schuldig? Wie geht er mit seiner Schuld um?

  • mit galanter Liebenswürdigkeit tritt Faust auf Gretchen zu, indem er ihr Komplimente macht (V. 2605, bezeichnet sie als adlig) und gewinnt ihr Herz, zum Teil auch, weil sie am Anfang der Tragödie so naiv ist
    • er hört ihr aufmerksam zu & lässt sich behutsam auf Gretchens Liebe ein (V.3180)
    • als 1. Kuss getauscht ist & Gretchen ihre Liebe offen bekannt hat, sieht Faust die Gefahr, die aus dieser ungleichen Beziehung für das Mädchen entsteht & will sich zurückziehen (Wald & Höhle)
    • merkt, dass er für schuldig erklärt werden kann, wenn er sie verführt
    • sie kennt jedoch auch die Gefahr; lässt sich trotzdem auf ihn ein (V. 3410ff.)
    • voller Dankbarkeit reflektiert er auf das Erlebte & sieht in ihm ein Geschenk des Erdgeistes, der Lebensenergie selbst (V.3217) → ihm gelingt der Rückzug nicht (V.3250)
  • Mephisto beschriebt Fausts körperliche Verfassung (V. 3285,3289,3291) & hält ihm Gretchens Sehnsucht vor → Ergebnis: Faust verlässt seinen Geborgenheitsraum; ohne Rücksicht auf Verluste, will & muss er vorwärtsstürmen (V.3350ff.)
  • V. 3371-3413: ist Margarethes Sehnsucht nach Faust zu erkennen; diese bedeutet, dass er sie verführt hat
  • in V. 3502ff. ist erkennbar, dass Faust ein neues Rendezvous mit Gretchen möchte → Gretchen stimmt zu
  • es folgt der Tod von Gretchens Mutter in Szene „Am Brunnen“
    • er gibt Gretchen zuvor das Schlafmittel, was ihn belastet (V. 3508), wiederrum entlastet ihn die Tatsache, dass er Gretchen eine genaue Dosieranweisung gibt (auch V. 3508)
    • Gretchen wird in diesem Falle auch belastet
    • sie hätte F. nicht zustimmen dürfen (V. 3512), sie vertraute ihm blind, missachtete möglicherweise die Dosieranleitung und zu allerletzt verabreicht sie ihrer Mutter das Schlafmittel (in Szene „Dom“ V. 3788, Böse Geist behauptet, dass die Mutter durch das Schlafmittel gestorben ist)
  • Faust schwängert seine Geliebte
  • nachdem Faust Gretchen geschwängert hat, kommt es zum tragischen Tod von Valentin, Gretchens Bruder
    • Valentin tritt in Szene „Nacht“ auf
    • zuerst ist er sich sicher, dass seine Schwester nicht in Ungnade fallen würde, doch dann erfährt er vom Verhältnis zw. Gretchen & Faust
    • möchte sich rächen → an diesen Rachegefühlen tragen sowohl Faust als auch Gretchen die Schuld, da sie miteinander schliefen, bevor sie heirateten → dadurch fühlte sich Valentin genötigt, was zu unternehmen
    • Faust kämpft jedoch nicht gegen Valentin: seine Hand wird vom Teufel geleitet & Faust wird von diesem auch motiviert (V. 3705) → in diesem Sinne macht sich Faust nur schuldig, weil er auf Mephisto hört
    • V. 3725 – 3760: Valentin macht Gretchen Vorwürfe → Sex vor der Ehe → Angst/Gewissheit, dass weitere Freier folgen und bezeichnet sie als Metze, bedeutet: Hure → das ungeborene uneheliche Leben in Gretchen
    • Marthe trägt jedoch auch Schuld, da sie Faust & Gretchen verkuppelt hat
  • Faust verlässt Gretchen, weil er ihren Bruder getötet hat & wahrscheinlich fliehen muss
  • in der Szene „Zwinger“ wird Gretchen klar, dass sie auch Fehler gemacht, flieht zur Mutter Gottes und fleht sie um Hilfe an
  • seine entfesselte Sinnlichkeit findet ihren Ausdruck in der Walpurgisnachts – Orgie, doch plötzlich erinnert sich Faust an sein tun & gibt Mephisto die Schuld an Gretchens Schicksal, also will er die Schuld von sich abwenden
  • sucht sie im Gefängnis auf & versucht sie zur Flucht zu überreden; doch er verdrängt, das von ihm Verursachte, was in V. 4537 zu erkennen ist
  • er glaubt, es könne einen Weg „ins Freie“ geben & ein Leben jenseits von Schuldspruch & Gewissensqual sei möglich
  • Doch: die größte Schuld trägt Faust, da er die von Gott gesetzten Grenzen der Menschen nicht hinnehmen wollte; dadurch gerät er in all seine schuldhaften Verwicklungen → jedoch ist dieses Streben gut, denn dieses hat ihn am Ende erlöst

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