Fried, Erich - Mitunter sogar lachen

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Erich Fried, Rezension, Referat, Hausaufgabe, Fried, Erich - Mitunter sogar lachen
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Referat

Rezension über „Mitunter sogar lachen“ von Erich Fried



„Jede einzelne dieser Geschichten ist wahr, ein Tatsachenbericht.“ Dieser Satz von Erich Fried selbst im letzten Kapitel seiner Aufzeichnungen, beschreibt das Buch mit dem Untertitel „Erinnerungen“ ziemlich präzise.

Erich Fried, ein Gedichtschreiber, Übersetzer und auch Jude und Sozialist, hat sein Leben bzw. die für ihn wichtigen Lebensabschnitte, in einem Band zusammengefasst. Er erzählt in kurzen, manchmal auch längeren, Geschichten, wie sein Leben ab seiner Kindheit bis kurz vor seinem Tode (geb. 1921, gest. 1988) verlaufen ist. Mit diesem Buch lässt Fried uns, die Leser, an seinen Lebenserfahrungen teilhaben.

Fried hat seine Lebensgeschichte so anschaulich dargestellt, dass wir beim Lesen glauben selber dabei gewesen zu sein. Er schreibt so, dass man „Mitunter sogar lachen“ kann, aber auch einige Male über das Gesagte nachdenken muss. Das Lesen und Verstehen der Geschichten wird durch Frieds Gebrauch von einer Mischung aus einem leicht gehobenen und Alltagssprachstil vereinfacht.

Jeder, der dieses Buch liest, hat das Gefühl, Erich Fried erzählt manchmal mit einen kleinem Augenzwinkern, gerade wenn er über Politik schreibt. Teilweise überzieht Fried seine Aussagen, auch in seinen Gedichten, so, dass seine Meinung sehr deutlich, aber durch das Überzogene abgeschwächt wird und der Leser eventuell sogar schmunzeln muss, obwohl es „Ernst“ ist. Dies wird nicht deutlich an einigen Sätzen, sondern erst in der Gesamtheit der Geschichte bzw. des Gedichtes.

Erich Fried musste sich schon früh (mit 17) mit der damaligen politischen Situation auseinander setzen, als er als Jude aus Wien, seinem Geburtsort, nach London flüchten musste (1938). Seine Eltern wurden damals von der Gestapo verhaftet und sein Vater später durch diese umgebracht. Auch seine geliebte Großmutter starb durch die Nazis. Diese Erlebnisse haben Fried geprägt. Seine offene Kritik, die er oft an der Politik ausübte, hat ihn nicht selten in einen Konflikt mit der öffentlichen Meinung gebracht.

Natürlich erzählt Fried eben gerade diese Geschichten aus seinem Leben in seinen Aufzeichnungen. Aber er hat auch schöne Erinnerungen, z. B. an seine Großmutter, seine Kindheit oder seine Zeit in London aufgeschrieben.
Genau dieser Facettenreichtum, diese Abwechslung, zwischen Traurigem und Schönem aus seinem Leben (dass ein Mensch so viel erlebt hat, ist kaum zu glauben) machen es für uns so interessant dieses Buch, sein „Leben“, zu lesen. Keiner kann über Frieds Aufzeichnungen berichten, ohne über ihn selbst zu schreiben. Dieses Buch ist sein Leben und kein fiktiver Roman, genauso hat er es geschrieben, genauso hat er gelebt.


Es macht für jeden, der Erich Fried mag, einen großen Spaß sein „Leben“ zu lesen. Die Geschichten sind in seinen Aufzeichnungen nicht immer chronologisch und fortlaufend geordnet, deshalb kann der Leser selbst entscheiden, welchen Lebensabschnitt er als nächstes entdecken möchte.
Dieses Buch gehört unbedingt in das Regal eines jeden Fried-Fans. Aber auch Leser, die sich für die Zeit zwischen 1938 und 1945 interessieren und Liebhaber von einfach guter Literatur, müssen hierbei zugreifen.

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