Börse - Wertpapiere

Schlagwörter:
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Referat

Die Börse


1. Definition
• i.A.: zentraler Ort/Wirtschaftsplatz, an dem meist täglich zu vorgegebenen Zeiten Teilnehmer eines best. Marktes zusammenkommen, um mit Waren, Wertpapieren und Ähnlichem zu handeln
• räumliche Konzentration von Angebot und Nachfrage, aber allmähliche Zerstreuung durch Exchange Electronic Trading (Xetra)
• Aufgaben: Sammlung von Statistiken, Veröffentlichung von Kursnotierungen, Setzen von Regeln und Richtlinien für den Handel, Verkauf von Börsenplätzen an Makler
• Gebäudekonzept: große, offene Halle, reserviert für die Mitglieder, die ihre Käufe und Verkäufe durch Zeichen oder zugerufene Angebote abwickeln (Börsensaal od. Maklerstand) mit einer überall sichtbaren Anzeigetafel mit der Liste der Transaktionen und Kurse Folie
• Arten: Wertpapier(Effekten-)börsen , Waren(termin)börsen, Devisenbörsen (Währungen)

2. Geschichte
• Ursprung: mittelalterl. Warenmärkte und Messen in Oberitalien, Holland und später auch D; Entwicklung des modernen Bankwesens in Venedig
• Erste frei handel- und austauschbare Wertpapiere werden an den Märkten gehandelt: Wechsel und Kuxen (Anteile an Bergbau-Unternehmen) => „Bayerische Hypotheken- und Wechselbank“
• Eintrag aller Bestandsveränderungen in ein Buch, das Skontro, was auch heute noch jeder moderne Makler macht
• eindeutige Herkunft des Wortes „Börse“ selbst unklar, möglicherweise Abstammung vom lateinischen Begriff „bursa“=Geldbeutel oder deutet auf den Platz vor dem Haus einer Brügger Familie „van der Burse“ hin
• erste Börse überhaupt: Antwerpen, eröffnet 1518, danach Köln 1553, 5 Jahre später die heute älteste dt. Börse, an der heute noch gehandelt wird, Hamburg
• Anfang aller Börsen zuerst unter freiem Himmel, Frankfurt z.B. bekam erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Dach über dem Kopf
• im MA entwickelte sich ein reger Handelsverkehr auf den Märkten, besonders der Import von exotischen Handelsgütern aus Übersee kam in Mode, man baute Schiffe und heuerte Mannschaften an, doch das Geld dafür fehlte meist => Geburtsstunde des Anteilsscheins, später Aktie genannt
• erste Anteilsscheine an den Schiffen der VOK (Vereinigte Ostindische Kompanie), gelockt wurde anfangs mit astronomischen Dividenden, bis zu 75%; Kursbildung exakt durch die gleichen Einflüsse wie heute: Nachrichten und Gerüchte (=>schlechte Meldung wie Schiffbruch etc.- Kurssturz, keiner will die Anteile mehr besitzen; gute Meldung wie Kap der guten Hoffnung passiert – Kurse steigen steil an, jeder will am Erfolg des Unternehmens teilhaben)
• 1929: Die „Golden Twenties“ hatten natürlich auch erheblichen Einfluss auf die Börse, besonders die Erfindung des Fließbands machte die Unternehmensgewinne scheinbar unbegrenzt; amerikanische Broker machten sich die Euphorie zunutze und führten viele unerfahrene Bürger an die Börse, der entscheidende Fehler: als verlockendes Mittel wurde Aktienkauf auf Kredit angeboten, man musste meist nur 5% der Summe aufbringen, sogar Schuhputzer und Milchmädchen kauften so Aktien; Spekulation kommt in Amerika groß in Mode, bringt auch viele Millionäre in dieser Zeit hervor bis zum Freitag, den 24. Oktober 1929: Anfangs stiegen die Kurse sogar, aber nach ein paar Stunden kam eine ungewöhnlich große Verkaufsorder von General Motors, der einbrechende Kurs zog andere Aktien mit sich, gleichzeitig machte ein großer Londoner Unternehmensverbund pleite => weitere Verkaufswellen und Kursstürze, Folge: Notverkäufe, in Panik verkauften die jetzt schon meist hoch verschuldeten Leute ihre gesamten Bestände, Tagesverluste: 20%; innerhalb der folgenden Jahre verloren der Dow Jones mehr als 90% und zog sämtliche Weltbörsenindizes mit sich, nach 3 Jahren war der Dow Jones von 400 auf 40 Punkte gefallen, die Welt befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Wirtschaftlichen Krise; es sollte noch 8 Jahre dauern, bis das Kursniveau von 1929 wieder erreicht wurde
• weitere Crashs: 1987 und 1997, aber von wesentlich kleinerem Ausmaß
• wichtigste Börsenplätze auf der Welt: Frankfurt, Paris, London, Amsterdam, Mailand, New York, Tokyo
• in Deutschland: Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart

3. Organe der Börse
• Börsenvorstand: -Bestellt die Geschäftsführung
-Erlässt die Börsen- und Gebührenordnung
-Lässt natürliche und rechtliche Personen zum Börsenhandel zu
und schließt sie auch davon aus
-zuständig für die Einführung von Wertpapieren
-lässt Wertpapiere zum Börsenhandel zu
-stellt bei Börsen ohne Maklerkammer den Börsenpreis fest
• Börsenordnung: wichtigste Vorschrift für Organisation und Arbeitsablauf einer Börse
• Börsengesetz: bestimmt, dass die Zulassung von Wertpapieren mit amtlicher Notierung an jeder Börse durch eine Zulassungsstelle erfolgt
• Kursmakler: von der Regierung bestellt und entlassen, vermitteln Geschäfte zw. Angebot und Nachfrage
• Freiverkehrsausschuss: bezieht Papiere in den Freiverkehr ein; Ehrenausschuss: kann Börsenmitglieder kurzfristig vom Handel ausschließen oder ihnen eine Strafe von bis zu 1.000 Euro auferlegen (vor einem Schiedsgericht)

4. Aktienindizes und Wertpapierarten
• Deutscher Aktienindex (DAX): am 11. Januar 1988 eingeführt, enthält die Werte von 30 ausgewählten Aktiengesellschaften, deren Börsenwert im Februar 1998 1.116.416.302.000 DM betrug; die Schlusskurse des Jahresultimo 1987 wurden als Basis auf 1.000 Indexpunkte festgesetzt, im Juli 1998 durchbrach er erstmals die 6.000-Punkte-Marke
• weitere dt. Indizes: MDAX, SMAX, Nemax 50, CDAX (evtl.Erklärung!)
• weitere internationale Indizes: EuroStoxx 50, Dow Jones Global Titans 50, Nikkei usw.
• WPapierarten: ausgeklügelte, raffinierte Vielfalt, sogar Möglichkeit bei fallenden Kursen Gewinn zu machen (durch Leerverkauf); kleine Auswahl: Aktien,(Hedge-) Fonds, Schuldverschreibungen (z.B. Staatsanleihen), Pfandbriefe (durch Hypotheken gesichert) etc.
• Ausgabe von Aktien oder Schuldverschreibungen: Emission, Ausgeber: Emittent

5. Zitat und berühmte Spekulanten
• André Kostolany (1906-1999) : „An der Börse muss man nicht alles wissen, nur alles verstehen. Und selbst wenn man alles versteht, muss man nicht alles mitmachen.“ => Tugend eines erfolgreichen Börsianers: Verständnis von Kursentwicklungen und richtige Voraussage und Interpretation der Massenreaktion
• berühmte und erfolgreiche Spekulanten: A. Kostolany (über 70 Jahre Börsenerfahrung, hat sein Leben lang fast gar nicht gearbeitet), Bankier Rosenberg, Carl von Fürstenberg, Warren Buffet (alle immense Vermögen durch Spekulation aufgebaut) uvm.

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